Mein Vater und ich nutzten die hohen Temperaturen der letzten Tagen und kletterten an der Schattenseite der Drei Zinnen. Früh aufstehen lohnt sich, denn in berühmten Routen wie der „Cassin“ ist man bei diesem Prachtwetter selten alleine. Keine Minute zu früh schlüpften wir gegen 6:30 am Einstieg als erste Seilschaft in die Kletterschuhe, ehe schon die nächsten 4 Teams im Anmarsch waren…

Bereits ab der zweiten Länge wird die Route ziemlich steil und ausgesetzt – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was der Quergang bietet. Da wir immer wieder Seillängen zusammenhängten standen wir schon nach der dritten Länge am bequemen Standplatz an der Abzweigung der „Via Scoiattoli“, welche die beeindruckende Kante senkrecht empor zieht. Hier beginnt der Quergang, sehr exponiert, aber anfangs noch recht beschaulich, was die Schwierigkeit betrifft.


 Gleich am Start nach dem ersten Hängestand ist aber Schluss mit gemütlich, aber auch diese Länge glückte uns noch rotpunkt. Mein Vater führte die anschließende Schlüssellänge, doch selbst im Nachstieg konnte ich diese 7a leider nicht rotpunkten. Die Ausgesetztheit ist hier unbeschreiblich und weckte Erinnerungen an die Via Vertigine am Monte Brento.
Die letzten drei Längen vor der Querung des großen Wasserstreifens in der Wandmitte sind die Schönsten. Nicht zu unterschätzen ist die Länge vor dem Wasserstreifen, welche nochmals mit einer anspruchsvollen 6a+ Passage aufwartet.
Um die ganze Sache abzurunden entschieden wir uns für den Originalausstieg bis zum Gipfel, welchen wir schließlich nach ca 7 Stunden Kletterzeit erreichten.

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