Archiv für die Kategorie „Skitouren“
Tourenwart Gerhard hat sich heuer wieder ein ganz besonderes Tourenziel ausgesucht: einen imposanten Berg, den man von den berühmten „Größen“ im Monte-Rosa- und im Mont-Blanc-Massiv immer gut sieht, aber den man meistens links liegen lässt, weil er etwas im Abseits steht. Dabei ist der Grand Combin definitiv die lange Anfahrt wert, speziell wenn man ihn mit seinem Nachbarn Mont Velan kombiniert.
Wir schliefen wegen der überfüllten Cabane de Valsorey zweimal auf der Cabane du Velan, was uns dann eine knackige 2.500-Höhenmeter-Skitour am Gipfeltag des Grand Combins bescherte. Leider mussten wir an der „Mur de la Cote“ einen schlimmen Absturz einer Dreierseilschaft beobachten, den aber wie durch ein Wunder alle Beteiligten überlebten.
Ausführlichere Berichte zu den Touren gibt es auf der Homepage von Gerhard:
Vom 6. bis zum 13. April 2013 durfte ich wieder eine Gruppe junger Bergrettungsanwärter auf ihrem ersten Ausbildungskurs begleiten. Auf dem Programm standen unter anderem Spaltenbergung, Schnee- und Lawinenkunde sowie Orientierung mit Karte und Bussole.
Trotz des äußerst wechselhaften Wetters war meine Gruppe stets topmotiviert und so standen wir an den beiden Tourentagen auf den Gipfeln der Gemsspitze (3114 m) und des Ochsenkopfs (3057 m). Außerdem statteten wir der Wiesbadener Hütte einen Besuch ab, was dank der beiden Kellnerinnen ein besonderes Vergnügen war.
Ich bedanke mich bei Patrick, Philipp, Florian, Sebastian und Werner für die tolle Woche und wünsche euch für euren weiteren Werdegang zum Bergretter alles Gute!
Für die Mitglieder meiner Gruppe habe ich hier für kurze Zeit die besten Bilder als ZIP-Ordner zum Download bereitgestellt: DOWNLOAD ORIGINALBILDER
Als Claudia und ich vor ein paar Wochen die Gratüberschreitung vom Mitterzaiger zum Rietzer Grießkogel machten, faszinierte mich bereits der scharfe Grat vom Mitterzaiger Richtung Süden zum Hochalter. Gerhard war für dieses Projekt schnell überredet, und obwohl eigentlich Föhnsturm vorhergesagt wurde, starteten wir Richtung Kühtai.
Unser ursprünglicher Plan war, mit dem Sessellift bis kurz unter den Hochalter zu fahren, die letzten Höhenmeter zum Gipfel aufzusteigen, um dann über den Grat hinüber zum Mitterzaiger zu balancieren. Als wir aber schließlich kurz unterhalb vom Hochalter ankamen und die tolle Abfahrtsgelegenheit hinunter Richtung Klammbach sahen, wurde unser Plan kurzerhand geändert. So kamen wir in den Genuss einer herrlichen Pulverschnee-Abfahrt bis zum Skitouren-Highway, der zum Rietzer Grießkogel führt.
Es folgte der klassische Aufstieg zum Kreuzjoch, wo wir unsere Ski schließlich auf die Rucksäcke packten. Weiter ging’s über den Mitterzaiger Gipfel und anfangs noch gemütlich über den Grat Richtung Hochalter. Schon bald wurde der Grat aber immer ausgesetzter und stark überwechtet. Immer wieder galt es, Kletterstellen im 2. bis 3. Schwierigkeitsgrad zu überwinden, weshalb wir dann doch recht froh um das mitgebrachte Seil waren. So konnten sich Gerhard und ich am „laufenden Seil“ relativ zügig fortbewegen. Abrupt gestoppt wurde unser Weiterkommen schließlich an einem exponierten Felskopf, von dem wir uns abseilen mussten.
Nach ca. zwei Stunden kamen wir am Hochalter an und waren nach dem vielen (teilweise hüfttiefen) Schneegewühle froh über die präparierte Piste zurück zum Auto.
Gerhard war diesmal schneller mit seiner Website: Einen tollen Artikel aus seiner Sichtweise gibt’s hier: www.freiraumberg.at
Infos für Wiederholer:
- Die Felsqualität ist meist sehr gut.
- Gerhard kletterte alles mit Steigeisen, geht aber auch ohne.
- Die Kletterpassagen sind kurz, aber z. T. exponiert. Seilsicherung ist sicher kein Nachteil – mobile Sicherungsmittel könnte man zwar verwenden, ist aber nicht unbedingt nötig.
- Vorsicht vor den Wechten!!!
- Reepschnur und Messer für etwaige Abseilmanöver mitnehmen.
- Der Mittelteil vom Grat ist am schwierigsten.
- Es gibt manchmal Fluchtmöglichkeiten durch Rinnen Richtung Osten. Diese sind aber sehr steil (Lawinengefahr) und erfordern ganz oben evtl. Abseilen.