Archiv für die Kategorie „Eisklettern“
Eisklettern in der Fotsch!? Wer hätte das für möglich gehalten? Das Fotschertal ist für Freunde des Vertikalen eigentlich kein sehr attraktiver Ort, doch das sonderbare Wetter der letzten Wochen zauberte eine kleine Überraschung hervor: Oberhalb der Seealm verwandelte sich ein kleines Rinnsaal in einen ca 250m langen Eisschlauch, selten breiter als fünf Meter, und beidseitig von Bergwiese begrenzt. Ganz unten erwartet den erstaunten Eiskletterer eine 30 Meter hohe Steilstufe, die fortan den Namen „Potsdamer Eisgarten“ tragen soll. Neben der leichtesten Linie, dem „Kickstarter“ erfreuen ganz besonders ein paar Mixed-Linien, von denen heute nur der „Zwergenfeind“ und der „Smoothie“ geklettert wurden. Beide leider nur toprope,da sie nicht absicherbar sind, aber vielleicht findet ja einmal jemand Zeit ein paar Haken anzubringen.
Im Eisschlauch bewegt man sich meist in Schwierigkeiten zwischen WI2 und WI3. Das Gelände wäre einfach ideal für die ersten Eiskletter-Erfahrungen! Sollte irgendwann doch noch Schnee fallen dürfte der obere Teil weniger interessant werden, aber der Eisgarten vielleicht sogar noch besser. Dann gilt allerdings: Lawinengefahr beachten!!! Im Spätwinter/Frühjahr sind die Linien deshalb tabu!
Nachdem ich bereits am Dienstag mit Eva einen super Tag im Klassiker „Männer ohne Nerven“ hatte und die Verhältnisse im Pinnistal gerade sehr gut sind, brach ich heute wieder Richtung Pinnisalm auf – dieses Mal mit meinem Vater Arno.
Als ersten Eisfall des Tages wählten wir den Vorhang (WI 5-), den wir beide in einer Seillänge im Vorstieg kletterten. Am Ende der Schwierigkeiten fand sich dankenswerter Weise eine perfekte Eissanduhr mit Umlenkkarabiner und auch in der zentralen Linie sparten einem zwei Abalakovs die Kraft selbst Schrauben zu setzen.
Perfekt aufgewärmt ging es dann weiter in Richtung Magier (WI 5/5+). Die Eissäule am Beginn der ersten Seillänge berührt recht solide den Boden, was einem den M7 Felskontakt ersparte. Der alte Profilhaken im Riss hinter der Säule sorgte für ein geborgenes Gefühl und auch die Eisqualität mit zahlreichen Hooks und Tritten beschleunigte das Vorwärtskommen. In der zweiten Seillänge erwartet einen etwas Röhreneis, aber dennoch finden sich meist gute Möglichkeiten solide Schrauben zu setzen.
Zum Abschluss statteten wir der Eiszeit (WI 5-) einen kurzen Besuch ab. Die erste Seillänge ist um einiges steiler, als man von unten vielleicht annehmen möchte, aber die zahlreichen Begehungen erleichterten auch hier das Klettern. In der kurzen zweiten Seillänge wird’s dann richtig senkrecht, aber auch hier ist die Eisqualität perfekt.
Solche intensiven Klettertage sind immer wieder ein Highlight – ganz Besonders wenn man sie mit seinem Vater erleben kann!
Eva Lang und ich nützten das Traumwetter heute und machten uns auf den Weg ins Pinnistal. Unser Ziel: „Männer ohne Nerven“ – WI 5/5+
Nach einer Garagen-Drytool-Session am Vorabend hatten wir in diversen Kletterforen schon gelesen, dass man am Besten einen Regenschirm für die Schlüssellänge mitnehmen soll, doch wer die Eva besser kennt weiß, dass ihr ein bisschen kaltes Wasser nichts anhaben kann… Der Regenschirm blieb also zuhause, dafür nahmen wir aber eine Rodel für danach mit.
Schon aus einiger Ferne konnte man das Wasser plätschern hören und bald war klar, dass der direkte Einstieg wohl eher was für Polarmeer-Schwimmer ist. Der klassische Einstieg und auch der erste Standplatz am Beginn der Säule waren dann aber trocken. In der Schlüssellänge selbst blieb man die meiste Zeit auch verschont, aber bei der Rechtsquerung ins einfachere Gelände stand man schließlich doch unter der Dusche. Halb so schlimm. Danach war die Eisqualität wieder perfekt!
Noch stehen die meisten Eislinien im Pinnistal: Vorhang, Eiszeit, Magier und Kerze sehen verlockend aus… Lange wird’s aber wohl nicht mehr halten…
Hurry up!
Klaus