Autorenarchiv
Mein Vater und ich nutzten die hohen Temperaturen der letzten Tagen und kletterten an der Schattenseite der Drei Zinnen. Früh aufstehen lohnt sich, denn in berühmten Routen wie der „Cassin“ ist man bei diesem Prachtwetter selten alleine. Keine Minute zu früh schlüpften wir gegen 6:30 am Einstieg als erste Seilschaft in die Kletterschuhe, ehe schon die nächsten 4 Teams im Anmarsch waren…
Bereits ab der zweiten Länge wird die Route ziemlich steil und ausgesetzt – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was der Quergang bietet. Da wir immer wieder Seillängen zusammenhängten standen wir schon nach der dritten Länge am bequemen Standplatz an der Abzweigung der „Via Scoiattoli“, welche die beeindruckende Kante senkrecht empor zieht. Hier beginnt der Quergang, sehr exponiert, aber anfangs noch recht beschaulich, was die Schwierigkeit betrifft.
Gleich am Start nach dem ersten Hängestand ist aber Schluss mit gemütlich, aber auch diese Länge glückte uns noch rotpunkt. Mein Vater führte die anschließende Schlüssellänge, doch selbst im Nachstieg konnte ich diese 7a leider nicht rotpunkten. Die Ausgesetztheit ist hier unbeschreiblich und weckte Erinnerungen an die Via Vertigine am Monte Brento.
Die letzten drei Längen vor der Querung des großen Wasserstreifens in der Wandmitte sind die Schönsten. Nicht zu unterschätzen ist die Länge vor dem Wasserstreifen, welche nochmals mit einer anspruchsvollen 6a+ Passage aufwartet.
Um die ganze Sache abzurunden entschieden wir uns für den Originalausstieg bis zum Gipfel, welchen wir schließlich nach ca 7 Stunden Kletterzeit erreichten.
Obwohl das Wetter in der ersten Kurshälfte alles andere als sommerlich war verbrachten wir eine unvergessliche Woche im Jamtal. Mit Babsi, Stephan, Martin, Charly und Matthias hatte ich eine wirklich überdurchschnittlich starke Gruppe und deshalb konnten wir anspruchsvolle Touren absolut reibungslos abhaken! Die Highlights waren die Begehung der sogenannten „Spinne“, einer Eisflanke die zum Oberen Augstenferner führt, sowie eine winterliche Begehung der Route „MIKLI“ im oberen fünften Schwierigkeitsgrad auf über 3000m.
Ein herzliches Danke an meine Gruppe für die tolle Zusammenarbeit und die schöne Zeit!!!
Am Montag war der höchste Berg Österreichs fest in Axamer Hand: Ich führte Christian, Roland und Martin über den Normalweg zum Gipfel, während Florian Falkner und Andreas Baumgartner den Stüdlgrat in beeindruckender Geschwindigkeit abhaken konnten.
Schließlich standen wir alle gemeinsam am wohl bekanntesten Gipfelkreuz und freuten uns über den ersten richtig schönen Tag nach dieser langen Schlechtwetter-Periode!