Autorenarchiv
Der lange Zustieg schreckt mich ehrlich gesagt schon immer etwas ab, aber im Pinnistal wird man dann eigentlich immer durch eine ganze Reihe von tollen Eisfällen belohnt. Heute schafften wir es aber trotzdem erst recht spät aus den Federn, weshalb sich dann nur eine Route ausging – wir entschieden uns für die Rumpelkammer.
Die Route startet wenige Meter rechts neben der „Kerze“ und führt dann durch einen Kamin empor. Da Claudia und ich in diesem Winter das erste Mal Eisklettern waren ist diese Route Ideal. Durch zahlreiche Begehungen (Aufwärmroute für die „Kerze“) finden sich zahlreiche Hooks und Tritte. Mit dem 60 m Seil lässt sich die „Rumpelkammer“ bestens in einer Seillänge klettern.
Eisbericht Pinnistal 27.1.2013:
- Generell ist das Eis heuer dünner – siehe Bilder im Anhang:
- Männer ohne Nerven: Wird gemacht – sieht aber schwieriger aus als sonst.
- Gully: Abgebrochen
- Vorhang: Feucht und blumenkohliges Eis – wird aber häufig gemacht.
- Eiszeit: Wird geklettert.
- Magier: Fast gar kein Eis – nicht kletterbar.
- Kerze: Steht sehr gut – viel begangen.
- Rumpelkammer: Super!
Als Claudia und ich vor ein paar Wochen die Gratüberschreitung vom Mitterzaiger zum Rietzer Grießkogel machten, faszinierte mich bereits der scharfe Grat vom Mitterzaiger Richtung Süden zum Hochalter. Gerhard war für dieses Projekt schnell überredet und obwohl eigentlich Föhnsturm vorhergesagt wurde starteten wir Richtung Kühtai.
Unser ursprünglicher Plan war mit dem Sessellift bis kurz unter den Hochalter zufahren, die letzten Höhenmeter zum Gipfel aufzusteigen um dann über den Grat hinüber zum Mitterzaiger zu balancieren. Als wir aber schließlich kurz unterhalb vom Hochalter ankamen und die tolle Abfahrtsgelegenheit hinunter Richtung Klammbach sahen wurde unser Plan kurzerhand geändert. So kamen wir zum Genuss einer herrlichen Pulverschnee-Abfahrt bis zum Skitouren-Highway der zum Rietzer Grießkogel führt.
Es folgte der klassische Aufstieg zum Kreuzjoch, wo wir unsere Ski schließlich auf die Rucksäcke packten. Weiter ging’s über den Mitterzaiger Gipfel und anfangs noch gemütlich über den Grat Richtung Hochalter. Schon bald wurde der Grat aber immer ausgesetzter und stark überwechtet. Immer wieder gilt es Kletterstellen im 2. bis 3. Schwierigkeitsgrat zu überwinden, weshalb wir dann doch recht froh um das mitgebrachte Seil waren. So konnten sich Gerhard und ich am „laufenden Seil“ relativ zügig fortbewegen. Abrupt gestoppt wurde unser Weiterkommen schließlich an einem exponierten Felskopf, von dem wir uns abseilen mussten.
Nach ca. 2 Stunden kamen wir am Hochalter an und waren nach dem vielen (teilweise hüfttiefen) Schneegewühle froh über die präparierte Piste zurück zum Auto.
Gerhard war diesmal schneller mit seiner Website: Einen tollen Artikel aus seiner Sichtweise gibt’s hier: www.freiraumberg.at
Infos für Wiederholer:
- Die Felsqualität ist meist sehr gut.
- Gerhard kletterte alles mit Steigeisen, geht aber auch ohne.
- Die Kletterpassagen sind kurz, aber z.T. exponiert. Seilsicherung ist sicher kein Nachteil – mobile Sicherungsmittel könnte man zwar verwenden ist aber nicht unbedingt nötig.
- Vorsicht vor den Wechten!!!
- Reepschnur und Messer für etwaige Abseilmanöver mitnehmen.
- Der Mittelteil vom Grat ist am schwierigsten.
- Es gibt manchmal Fluchtmöglichkeiten durch Rinnen Richtung Osten. Diese sind aber sehr steil (Lawinengefahr) und erfordern ganz oben evtl. Abseilen.
Claudia und ich steckten in den vergangenen Wochen unser gesamtes handwerkliches Können in den Bau einer eigenen Kletterwand im Keller unserer Wohnung. Man könnte sich nun fragen, wozu zwei Grenzbezirk-Birgitzer, die nur 150 Meter entfernt von der Boulderhalle in Axams wohnen, eine eigene Kletterwand brauchen… Der Grund für den ganzen Aufwand ist simpel: Die Naturfeunde hätten’s bestimmt nicht gern, wenn wir in ihrer Halle mit unseren Eisbeilen aufmarschieren um dem exklusiven Sport des Drytoolings zu frönen.
Am Samstag luden wir schließlich zur Eröffnung unseres „Folterkellers“. Danke an alle die mithalfen Kratzer in die unberührte Wand zu „pickeln“ – egal ob Profi oder Drytool-Aspirant(in). Letztere bewiesen (zumindest teilweise 😉 großes Potential, und es würde mich nicht wundern, wenn der eine oder die andere, bald die ersten Versuche am Fels unternehmen würde. Drytool-Gelände gibt’s ja im westlichen Mittelgebirge bereits: Insider wissen wo…
Wer sich schon immer fragte, welche Perspektive ein Eisgerät ertragen muss – hier ist die Antwort: