Archiv für die Kategorie „Eisklettern“

Immer wieder hörte ich in den letzten Tagen Eiskletterer vom „Problem“ reden. Bewertet mit WI 6+ und M7 liegt die Route eigentlich deutlich außerhalb meines eisklettertechnischen Aktionsradius, aber als mir mein guter Freund Lucky gestern dann auch noch von den genialen Verhältnissen in der Route vorschwärmte, blieb mir ja fast nichts anderes mehr übrig, als einen Versuch zu starten. Ein Partner war auch schnell gefunden – und zwar einer meiner besten: mein Vater!

Die erste Seillänge ist vermutlich gleich die schwerste. Zumindest hatte ich diesen Eindruck, da ein Start ohne Aufwärmen in die senkrechte Säule für knüppelharte Unterarme sorgte. Das Eis ist perfekt: Super-Hooks durch die vielen Begehungen und viele Absätze, um bequem und sicher stehen zu können. Die Absicherung ist dank kompaktem Eis auch kein Problem. Schwierigkeit: Ich würd’s mit WI 5 bewerten.

Die zweite Seillänge sollte eigentlich die erste sein: Eine gemütliche 3er-Länge wäre zum Aufwärmen ideal! Mein Vater freute sich über die erste Vorstiegslänge im Eis in dieser Saison.

Die dritte Seillänge ist das Highlight der Tour: eine traumhafte Säule mit ordentlichem Tiefblick! Die Eisqualität ist noch besser als in der ersten Länge und die vielen Hooks und Absätze machen die Kletterei zum relativ unbeschwerten Genuss. Bewertungsvorschlag: WI 5-

In der vierten Seillänge wird man ordentlich nass und die Eisqualität wechselt bereichsweise zu röhrig – dafür ist es hier aber nicht mehr so steil. Trotz Wasser definitiv auch noch eine lohnende Länge! (WI 4+/5- ???)

Info für Wiederholer:

  • Für solide 5er-Kletterer derzeit Traumtour!
  • Standplätze 1 bis 3: Je zwei Bohrhaken mit Abseilringen.
  • Standplatz 4: Entweder bei Bäumchen oder einer Eissanduhr etwas oberhalb abseilen.
  • Abstieg: Wir haben 4-mal abgeseilt. Mit einem 60-m-Seil kann man eventuell die obersten beiden Längen in einem Zug abseilen.
  • Ein Stück weiter am Dach der Galerie gibt es eine weitere tolle Linie (Galeriegully). Hier herrschen derzeit ebenfalls tolle Verhältnisse… (siehe Foto)

Schon letzte Woche pickelten Claudia und ich durch das super Eis der Rumpelkammer. Motiviert durch die Fotos, welche damals geschossen wurden, war Gerhard für einen weiteren Besuch im Pinnistal schnell überzeugt.

O.k., der lange Zustieg nervt, aber man wird ja bei der Pinnisalm reichlich dafür entschädigt. Das Wetter zeigte sich heute zwar von seiner rauen Seite, aber so kommt beim Klettern erst richtiges „Nordwandfeeling“ auf…

(Die Schwierigkeitsangaben beziehen sich auf mein subjektives Empfinden)

Vorhang (WI 5-)

Als Aufwärmroute gedacht entpuppte sich der Vorhang für meine Unterarme bald als exzessives Krafttraining. Da generell weniger Eis als in manch anderen Jahren da ist, erscheint mir der Vorhang heuer deutlich steiler zu sein. Beim Abstieg/Abseilen vom Chamäleon sahen wir dann, dass eine Lawine hinter uns über den Vorhang abging, die Gerhards und meinen Rucksack verschüttete bzw. mitriss. Wir haben zwar (fast) alles wiedergefunden, aber nachdem ich nun bereits die dritte Erfahrung mit Lawinen am Vorhang gemacht habe, ist mir dieser Wasserfall doch ein bisschen unheimlich. Die Lawinen (Rutscher) sind zwar nie besonders groß, aber im Vorstieg davon getroffen zu werden ist bestimmt nicht spaßig!

Chamäleon (WI 4+)

Der Zustieg ist wegen des hüfttiefen Schnees nicht gerade einfach, aber man sollte das schöne Eisschild einmal geklettert sein. In den ersten 15 m war das Eis sehr dünn, wofür meine Klingen büßen mussten, aber nach oben hin wird’s dann immer besser und steiler. Am Ausstieg stecken zwei Normalhaken, die wir mit einer neuen Reepschnur ausstatteten. Kettenglied und Schnappkarabiner garantieren ein unbeschwertes Abseilen.

Rumpelkammer (WI 4+)

Die Rumpelkammer ist noch immer in einem traumhaften Zustand. Nach ca. 15 m kann man sich zwischen einer einfachen Variante durch eine Art Eishöhle (um den Zapfen herum) und der ausgesetzteren und ein bisschen schwierigeren Variante auf der Außenseite entscheiden. Letztere ist besonders lohnend und auch gut absicherbar. Mehrere Eissanduhren am Ausstieg.

Weitere Verhältnisse am 2. Februar 2013 im Pinnistal:

  • Männer ohne Nerven: steht gut da, aber ziemlich steil!
  • Gully: abgebrochen
  • Eiszeit: dünn aber kletterbar.
  • Magier: fast kein Eis.
  • Kerze: sehr feucht, viele kleine Eiszapfen, wurde aber geklettert.
  • Feuerzeug: Der Zapfen berührt schon bald den Boden!

Der lange Zustieg schreckt mich ehrlich gesagt schon immer etwas ab, aber im Pinnistal wird man dann eigentlich immer durch eine ganze Reihe von tollen Eisfällen belohnt. Heute schafften wir es aber trotzdem erst recht spät aus den Federn, weshalb sich dann nur eine Route ausging – wir entschieden uns für die Rumpelkammer.

Die Route startet wenige Meter rechts neben der „Kerze“ und führt dann durch einen Kamin empor. Da Claudia und ich in diesem Winter zum ersten Mal eisklettern waren, ist diese Route ideal. Durch zahlreiche Begehungen (Aufwärmroute für die „Kerze“) finden sich zahlreiche Hooks und Tritte. Mit dem 60-m-Seil lässt sich die „Rumpelkammer“ bestens in einer Seillänge klettern.

Eisbericht Pinnistal 27.1.2013:

  • Generell ist das Eis heuer dünner – siehe Bilder im Anhang:
  • Männer ohne Nerven: Wird gemacht – sieht aber schwieriger aus als sonst.
  • Gully: Abgebrochen
  • Vorhang: Feuchtes, blumenkohliges Eis – wird aber häufig gemacht.
  • Eiszeit: Wird geklettert.
  • Magier: Fast gar kein Eis – nicht kletterbar.
  • Kerze: Steht sehr gut – viel begangen.
  • Rumpelkammer: Super!
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