Archiv für die Kategorie „Eisklettern“
Der sogenannte „Botanikerkamin“ befindet sich ca. 300 m rechts vom „Schneewittchen“ im Grawa Eisgarten. Normalerweise ist diese Mixed-Linie mit WI4+/M5+ bewertet, doch heute war die Schlüsselstelle mit einem soliden Eispanzer überzogen. Felskontakt hatten die Steigeisen deshalb nur ganz kurz am Beginn des Gullys – aber schwerer als WI 4 war es heute nicht.
Lukas und ich sind die Route heute in 3 Seillängen geklettert:
SL1 (ca. 70 m): Teilweise recht dünne Eisglasur und vereiste Grasbüschel. Abgesehen von den ersten Metern aber flach und mit kurzen Schrauben absicherbar. Stand bei 3 Normalhaken am Start des eigentlichen Gullys.
SL2 (59 m): Am Start der Gully-Länge stecken 2 Normalhaken, wobei der zweite nicht mehr den besten Eindruck macht… Heute konnte man aber auch mitten im Gully eine kurze Schraube setzen. Die Schlüsselstelle laut Topo war dank super Eislage nicht schwerer als WI 4-. Stand an 3 Friends am Beginn des letzten steilen Aufschwungs.
SL3 (25 m): Über wunderschönen Eisschild hinauf ins Gebüsch!
Tipps und Tricks:
- In 3 Seillängen kletterbar.
- 3 x abseilen: Schlinge an Ausstiegs-Gebüsch; Abalakov am Beginn der letzten Seillänge; Standplatz mit 3 Normalhaken am Ende der 1. SL
- Mit Camalot Gelb (#2), Grün (#0,74) und Violett (#0,5) lässt sich ein trockener, eisschlagsicherer und bequemer Standplatz auf der orografisch rechten Seite vor dem letzten Aufschwung basteln!
- Topo auf bergsteigen.com!
Lucky und ich statteten dem „Easy Afternoon“ noch schnell einen Besuch ab bevor das angekündigte Tauwetter wieder zu viel zerstört.
Die Eisverhältnisse heute (09.01.2015):
Gasthausfall: steht recht gut – wie üblich herrschte hier reger Kletterbetrieb…
Übungsrinne links vom Easy Afternoon: schaut gut aus!
Easy Afternoon: Steht recht gut – super Eis!
Hängende Gärten: da fehlt noch einiges (siehe Foto)
Dank eigener Autobahnabfahrt die perfekte Nachmittagsunterhaltung: Mein Vater und ich starteten um 12:30 Richtung Brenner mit der Absicht „Zurück in die Zukunft“ zu klettern. Überraschenderweise hatte eine andere Seilschaft dieselbe Idee und so kletterten wir zuerst die ersten beiden Seillängen des „Schwert des Damokles“. Das Schwert selbst ist zur Zeit sehr dünn – auf jeden Fall eine gute Ausrede auf die letzte (Schlüssel-)Seillänge zu verzichten.
Da die Einstiegsseillänge noch immer belegt war entschlossen wir uns für einen alternativen Zustieg zur Säule in der zweiten Seillänge von „Zurück in die Zukunft“ : Über eine dünne aber flache Eisglasur und ein paar Zügen im gefrorenen Erdreich gelangt man direkt an den Beginn der beeindruckenden Schlüssellänge.
Das Eis war sehr feucht und zweimal brachen mir größere Eisschollen (Blumenkohle) ab, aber insgesamt bietet diese Seillänge wunderschöne, steile Kletterei. Von einem Baum mit Reepschnüren und Kettenglied, orografisch rechts vom Ausstieg, gelangt man mit einem langen Abseiler (ca 55 m) bis zum Einstieg vom Damokles. Das sparte gewaltig Zeit – und schließlich wurde es nun schon langsam dämmrig, weshalb wir auch auf die letzte Seillänge verzichten mussten!
Tipps:
Unsere Bewertungsvorschläge:
- Schwert des Damokles: SL1: 5-, SL2: 4+, SL3: ? 6 aber sehr fragil…
- Zurück in die Zukunft: SL1: ? (gingen Alternativzustieg Wi4, M2), SL2: 5+
- Abseilen: Orografisch rechts vom umgefallenen Baum am Ausstieg von „Zurück in die Zukunft“ gibt es einen Baum mit Reepschnüren und Kettenglied. Von hier 1 sehr luftiger Abseiler ca. 55m bis zum Einstieg vom „Schwert des Damokles“. Siehe Foto!