Archiv für die Kategorie „Sportklettern“

Auch heuer verbrachten wir 4 traumhafte Tage im mediterranen Kletter-Eldorado Finale Ligure.

Mehr Info’s und Bilder gibt’s auf der Website der Bergrettung Axams.

Eckdaten:
Anreise: Mittwoch Abend 13.05.2015 (Abfahrt 17:00 Uhr Innsbruck – Ankunft: 22:30 Uhr Finale)
Abreise: Sonntag Nachmittag 17.05.2015 (Abfahrt ca. 16:00 Uhr Finale, etwas Stau bei Genova und Peschiera)

Nach einem ausgiebigen Rasttag, den Klaus im Bett verbringen musste (Anm. Klaus: Vielen Dank für die lieben Genesungswünsche, die mir die Stunden am Klo verkürzten), wagten wir am Samstag einen kleinen Ausflug zu den nahegelegenen Wari-Ruinen Wilcawain. Es handelt sich dabei um ein ca 800 Jahre altes, dreistöckiges Wohnhaus aus nur minimal bearbeiteten Steinen – und ist anscheinend erdbebensicher. Mit einer guten Stunde Wanderung auf einem Höhenweg gelangten wir zu den Thermalbädern in Monterrey – pure Entspannung in der „großen Badewanne“. Nachdem die entsprechenden Medikamente (Antibiotika und peruanischer Rum) bei Klaus schon Wirkung zeigten wagten wir uns am Sonntag wieder aus Huaraz heraus (mit entsprechendem Vorrat an Klopapier) und verbrachten drei Tage im zwei Stunden entfernten Sportklettergebiet Hatun Machay. Wir sollten es nicht berreuen… Endlose Klettermöglichkeiten auf 4300 m in abwechslungsreichem Fels, vulkanisch, mit riesigen Lochstrukturen, Rissen, Höhlen, rauh, ein Traum!! Auch zum bouldern gäbe es unendlich viele Möglichkeiten, fast erschreckend… Eine nette Hütte ist auch vor Ort, was uns die Verpflegung rettete, als nacheinander Wasserfilter und Kocher wegen Verschmutzung vorübergehend den Geist aufgaben – und uns heute zurück in Huaraz zu einer Intensivreinigungssession zwangen. Frisch und einigermaßen gesund werden wir in den kommenden Tagen den Nevado Pisco (5752 m) in Angriff nehmen. Ob die Luft dort oben wohl zum obligatorischen Gletscherspaltenspringen reichen wird..?

Dani, Claudia, Tom und ich nutzten drei wunderschöne Tage in Arco um uns die Finger wund zu klettern. Am ersten Tag gingen wir alle zusammen die „Via Einstein“ am Monte Cassale (VI+, R3), welche mir dieses Mal noch weniger gefiel als bei meiner ersten Begehung vor ein paar Jahren… Vereinzelte schöne Kletterstellen werden leider zu häufig durch viel Vegetation und brüchigen Passagen unterbrochen.

Am zweiten Tag veränderten wir die Aufteilung der Seilschaften: Während unsere Mädels durch die 8 Seillängen der „Strane voglie di Amelie“ (5c) kletterten, frönten Tom und ich dem Genuss der leitertechnischen Fortbewegung in der „Bortolo Fontana“ (VI, A2, R3). Der ursprüngliche Plan, dass beide Seilschaften eventuell gleichzeitig am Gipfel des Piccolo Dain ankommen würden stellte sich bereits in unserer ersten Seillänge als verwegen heraus. Die technische Kletterei in der Fontana folgt einem feinen Riss, und erfordert neben einigen Freikletterpassagen auch einiges an Geschick im Umgang mit mobilen Sicherungsmittel. Das Trittleitern-Entwirren und Pseudo-HaulBag-Ziehen dauerte dann letztlich doch bis in den späten Nachmittag – der Trainingseffekt für unsere Yosemite Reise war aber sehr gut.

Am Montag gingen Claudia und ich noch die „Tredicesima Luna“ (6b) am Monte Colt – eine wunderschöne Route, welche der nahegelegenen Nemesi um nicht viel nachsteht.

Tipps für (technisch kletternde) Wiederholer der „Bortolo Fontana“:

  • Camalot C4 0,4 (grau) ist gerade in der ersten Seillänge oft sehr hilfreich.
  • Die Standplätze haben alle mindestens einen Bohrhaken
  • In allen Seillängen sind ein paar zwingende Freikkletterpassagen (Schuhe!)
  • In der vierten Seillänge gibt es eine moralisch anspruchsvolle Freikletterquerung nach rechts ohne Absicherung für ca 10 Meter. Alternativ kann man aber auch die 4. SL der „Dudaev“ klettern.
  • Die 4. und 5. SL lassen sich zusammenhängen.
  • 25 Expressschlingen sind gerade richtig!
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