Archiv für die Kategorie „Eisklettern“

Dank dem Bericht auf Bergsteigen.com erfreut sich das Alterertal am Ende des Valsertals bei den Eiskletterern großer Beliebtheit. Hier gibt es ca. 10 verschiedene Eislinien in schmalen Gullys die aufgrund des derzeitigen Schneemangels objektiv sicher kletterbar sind. Bei mehr Schnee sollte man wegen der Lawinengefahr besser die Finger davon lassen!

Wie am Übersichtsfoto auf Bergsteigen.com beschrieben nahmen Lucky und ich uns heute den Gully Nr. 7 vor. Seillängen 1 und 3 sind sehr einfach, Seillängen 2 und 4 bieten aber schöne Eiskletterei mit guter Absicherung.

Verhältnisse am 6.1.2016:

  • Es waren mindestens 10 Seilschaften am Klettern!
  • Im Gully Nr. 7 sehr gute Verhältnisse mit genügend Eis für mittellange Eisschrauben (ein bisschen auf die Eisdicke aufpassen schadet dennoch nicht!). Schlüsselstelle (SL 4) gut abgeklettert. Alle Abalakovs in gutem Zustand.
  • Auch in den meisten anderen Gullys wurde geklettert – eine Seilschaft versuchte sich auch an der „Mach 2“ (Verhältnisse Mach 2: siehe Foto).

Trotz nicht allzu guter Wettervorhersage konnte ich meinen Vater überreden für 2 Tage nach Bad Gastein zu fahren. Erklärtes Ziel war Mordor zu klettern – vorletzte Woche mussten Lukas und ich dort nämlich wegen der hohen Temperaturen umdrehen. Als wir bei der Anfahrt am Dienstag die beachtlichen Neuschneemengen im Raum Kitzbühel sahen schwanden bereits unsere Hoffnungen gutes Eis und lawinensichere Verhältnisse vorzufinden. Im inneralpinen Gasteinertal waren die Neuschneemengen aber dann doch deutlich geringer.

An der Alraunewand herrschen leider immer noch sehr schlechte Eisverhältnisse, weshalb wir weiter in Richtung Sportgastein gefahren sind um dem Excalibur eine zweite Chance zu geben. Dieser über 200 m lange Eisfall war vor zwei Wochen ziemlich hinterspült – jetzt herrschen aber super Verhältnisse. Beim Abseilen führten stürmischer Wind und Schneefall dann zu richtig abenteuerlichen Verhältnissen. Im benachbarten Yellow Submarine kletterte auch eine Seilschaft.

Nach dem obligatorischen Abstecher in’s Silver Bullet starteten Dad und ich dann am nächsten Morgen bei besten Wetter (und leichtem Kopfweh) in das Anlauftal. Wir waren die ersten vor Ort und somit war klar, dass wir eine Reise nach Mordor unternehmen würden… Was soll man über eine solch berühmte und beeindruckende Eistour schreiben… Eine großartige Seillänge im besten Eis jagt die Nächste! Highlights: der Standplatz in einer Eishöhle im Bereich der großen Eisdächer, das Umklettern dieser Dächer an Mordors linker Außengrenze und die coolen Eisbalkone in den letzten beiden Seillängen! Nach etwas mehr als 5 Stunden, 6 Seillängen und 5 x abseilen standen wir glücklich wieder am Einstieg.

Am Abend musste ich mich bei der Heimreise in Erpfendorf von meinem Vater verabschieden – am nächsten Tag stand Eisklettern mit Thomas Rabl in den Felbertauern am Programm! Bei starkem Schneefall kletterten wir dann am Donnerstag den rechten Nordportalfall in zwei 60m-Seillängen.

Tipps und Tricks / Verhältnisse am 27. bis 29. Jänner 2015:

  • Excalibur: Alle Abseilschlingen vorhanden; Standplatz an 3 Normalhaken nach der ersten Seillänge.
  • Yellow Submarine: Wurde geklettert. Schaut nach recht gutem Eis aus.
  • Mordor: Trotz abschreckend wirkender Eisdächer allerbeste Verhältnisse. Nie schwerer als WI4+. Die Eisdächer ganz links (in Kletterrichtung) umgehen. Von den Eisdächern tropft es massiv – deshalb machten wir Stand in der Höhle. Man könnte diesen Stand aber auch auslassen und unsere SL 3 und 4 zusammenhängen! Alle unsere Standplätze hatten ebene Plätzchen zum stehen. Nach SL 2 kann man an 2 Bohrhaken (nur eine Lasche vorhanden, aber mit Bandschlinge verbunden) Stand machen. Alle Abseilschlingen vorhanden.
  • Rechter Nordportalfall: Steht gut, aber zum Teil sehr nass und viel Schnee mit Eiskrusten. Nach der ersten 60 m langen Seillänge Stand mit einem Bohrhaken ganz links (in Kletterrichtung). In zwei 60m-Längen kletterbar.
  • Linker Nordportalfall: Steht, wurde heute geklettert.

Weil’s vorgestern so schön war gingen Claudia und ich heute gleich nochmal ins Pinnistal. Da sich am Wochenende doch deutlich mehr Eiskletterer eingefunden haben stapften wir heute direkt zum Einstieg des Familiensonntags hoch. Es folgten drei traumhafte Genusslängen, die nie schwerer sind als WI 4. Abgestiegen sind wir dann via Eiszeit.

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