Archiv für die Kategorie „Eisklettern“

Trotz nicht allzu guter Wettervorhersage konnte ich meinen Vater überreden für 2 Tage nach Bad Gastein zu fahren. Erklärtes Ziel war Mordor zu klettern – vorletzte Woche mussten Lukas und ich dort nämlich wegen der hohen Temperaturen umdrehen. Als wir bei der Anfahrt am Dienstag die beachtlichen Neuschneemengen im Raum Kitzbühel sahen schwanden bereits unsere Hoffnungen gutes Eis und lawinensichere Verhältnisse vorzufinden. Im inneralpinen Gasteinertal waren die Neuschneemengen aber dann doch deutlich geringer.

An der Alraunewand herrschen leider immer noch sehr schlechte Eisverhältnisse, weshalb wir weiter in Richtung Sportgastein gefahren sind um dem Excalibur eine zweite Chance zu geben. Dieser über 200 m lange Eisfall war vor zwei Wochen ziemlich hinterspült – jetzt herrschen aber super Verhältnisse. Beim Abseilen führten stürmischer Wind und Schneefall dann zu richtig abenteuerlichen Verhältnissen. Im benachbarten Yellow Submarine kletterte auch eine Seilschaft.

Nach dem obligatorischen Abstecher in’s Silver Bullet starteten Dad und ich dann am nächsten Morgen bei besten Wetter (und leichtem Kopfweh) in das Anlauftal. Wir waren die ersten vor Ort und somit war klar, dass wir eine Reise nach Mordor unternehmen würden… Was soll man über eine solch berühmte und beeindruckende Eistour schreiben… Eine großartige Seillänge im besten Eis jagt die Nächste! Highlights: der Standplatz in einer Eishöhle im Bereich der großen Eisdächer, das Umklettern dieser Dächer an Mordors linker Außengrenze und die coolen Eisbalkone in den letzten beiden Seillängen! Nach etwas mehr als 5 Stunden, 6 Seillängen und 5 x abseilen standen wir glücklich wieder am Einstieg.

Am Abend musste ich mich bei der Heimreise in Erpfendorf von meinem Vater verabschieden – am nächsten Tag stand Eisklettern mit Thomas Rabl in den Felbertauern am Programm! Bei starkem Schneefall kletterten wir dann am Donnerstag den rechten Nordportalfall in zwei 60m-Seillängen.

Tipps und Tricks / Verhältnisse am 27. bis 29. Jänner 2015:

  • Excalibur: Alle Abseilschlingen vorhanden; Standplatz an 3 Normalhaken nach der ersten Seillänge.
  • Yellow Submarine: Wurde geklettert. Schaut nach recht gutem Eis aus.
  • Mordor: Trotz abschreckend wirkender Eisdächer allerbeste Verhältnisse. Nie schwerer als WI4+. Die Eisdächer ganz links (in Kletterrichtung) umgehen. Von den Eisdächern tropft es massiv – deshalb machten wir Stand in der Höhle. Man könnte diesen Stand aber auch auslassen und unsere SL 3 und 4 zusammenhängen! Alle unsere Standplätze hatten ebene Plätzchen zum stehen. Nach SL 2 kann man an 2 Bohrhaken (nur eine Lasche vorhanden, aber mit Bandschlinge verbunden) Stand machen. Alle Abseilschlingen vorhanden.
  • Rechter Nordportalfall: Steht gut, aber zum Teil sehr nass und viel Schnee mit Eiskrusten. Nach der ersten 60 m langen Seillänge Stand mit einem Bohrhaken ganz links (in Kletterrichtung). In zwei 60m-Längen kletterbar.
  • Linker Nordportalfall: Steht, wurde heute geklettert.

Weil’s vorgestern so schön war gingen Claudia und ich heute gleich nochmal ins Pinnistal. Da sich am Wochenende doch deutlich mehr Eiskletterer eingefunden haben stapften wir heute direkt zum Einstieg des Familiensonntags hoch. Es folgten drei traumhafte Genusslängen, die nie schwerer sind als WI 4. Abgestiegen sind wir dann via Eiszeit.

Ein bisschen „auf gut Glück“ starteten Dominik und ich ins Pinnistal – diesmal mit Seilbahnunterstützung und Rodelbahn zur Issenangeralm.

Extrem viel Eis findet sich im Pinnistal leider auch nicht, aber zumindest ein paar der Linien sind gut kletterbar. Wir entschieden uns für die Eiszeit/Familiensonntag Kombination. Dominik führte souverän die steile und etwas röhrige Einstiegslänge der Eiszeit. In der zweiten Seillänge wählte ich die einfachere ganz linke Säule, die höhere und steilere mittlere Säule wäre aber für nervenstärkere auch möglich.
In etwa 10 min lässt sich relativ bequem (kurze Latschen-Querung lässt sich kaum vermeiden) zum Familiensonntag stapfen. Dort wählte Dominik eine beeindruckende Einstiegsvariante über eine freistehende Säule. Ich durfte diese Länge dann im strahlenden Sonnenschein nachsteigen. Die zweite Länge startet dann mit einer Querung nach rechts zur Originallinie, gefolgt von bester Genusskletterei über einen kompakten Eisschild. Die letzte Seillänge führt dann durch einen super Gully der an die Dolomiten erinnert. Der Ausstieg aus dem Gully wird dann nochmal richtig steil – dabei sollte der Vorsteiger tunlichst Eisschlag vermeiden, denn der Sichernde hat im Gully wenig Möglichkeit sich zu verstecken.

Wir sind den selben Weg wieder abgestiegen (3 Sanduhren gebohrt, 1 Köpfelschlinge im Familiensonntag-Gully, 1 Kettenglied an Latschen bei Eiszeit-Ausstieg).

Verhältnisse im Pinnistal am 22.01.2015 (siehe Fotos):

  • Männer ohne Nerven: extrem dünn – eher nicht kletterbar.
  • Gully: nicht zusammengewachsen
  • Vorhang: Weniger als normal, aber gut kletterbar (heute mehrere Seilschaften)
  • Chamäleon: gut kletterbar (wurde heute geklettert)
  • Eiszeit: siehe Bericht oben.
  • Magier: kein Eis
  • Kerze: steht recht gut, aber extreme Dusche!
  • Rumpelkammer: fast gar kein Eis!
  • Familiensonntag: genial (siehe Bericht oben).

Was das Wetter betrifft war heute wohl ein neuer Tiefpunkt erreicht… Der Föhn blies die ganze Nacht und als er am Morgen zusammenbrach regnete es in Strömen. So starteten wir (zugegebener Weise eher mäßig motiviert) zum dritten Mal ins Anlauftal. Diesmal waren wir zu viert, denn Marco und Matthias kamen ebenfalls nach Gastein um ihre ersten Eisklettererfahrungen zu sammeln.

Es regnete auch noch am Einstieg des Almrosencoloirs – unserem Ausweichziel, weil alle anderen Linien links vom Fenstergucker den warmen Temperaturen zum Opfer gefallen sind. Da ich mich am Beginn der Einstiegssäule wie unter einer Dusche fühlte brachen wir die Aktion ab und beschlossen doch wieder hinüber zum Federweiß zu wechseln.

Schließlich wurde es doch deutlich kühler und es setzte zum Teil heftiger Schneefall ein. In zwei Seilschaften kletterten wir im nebelig-wilden Ambiente hinauf bis zum Höhkarsteig. Die Jungs verblüfften Lukas und mich durch ihre super Vorstiegsmoral an ihrem ersten Eisfall! Gratuliere zu eurem tollen Debüt – in Bad Gastein finden wir sicher ein passendes Plätzchen um den heutigen Tag zu feiern 😉

Die ohnehin schon mäßigen Eisverhältnisse in Gastein erlebten heute einen weiteren Tiefpunkt: Föhnsturm und Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt.

Top Motiviert starteten wir heute schon um 6:45 Uhr Richtung Mordor – dem Highlight im Anlauftal. Bereits bei der Autoverladung ahnten wir, dass es heute wohl eher nix werden wird – starker Wind und milde Temperaturen begleiteten uns beim langen Zustieg. Trotzdem stiegen wir in den riesigen Wasserfall ein, aber ein gewisses Unbehagen in der Magengrube konnten wir nicht verschweigen. Als dann der Wind stetig stärker wurde und die Temperatur auch merklich zulegte, fassten wir am Ende der ersten Seillänge den Beschluss umzukehren. Das Risiko einen der großen Eisbalkone über uns beim Abbrechen hautnah zu erleben war uns einfach zu groß. Schade.

Der Tag wurde dann doch noch sinnvoll genützt und wir kletterten den Fenstergucker. Abgestiegen sind wir über den Höhkarsteig bis zur Abseilpiste am Ausstieg vom Federweiß.

Archiv