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In der ersten Septemberwoche fand der letzte Grundkurs Sommer dieses Jahres statt. Bei meist strahlendem Sonnenschein konnten wir neben den vielen Übungen im Gelände zwei tolle Tourentage zwischen Fluchthorn und Dreiländerspitze verbringen.

Zum Eisklettern statteten wir dem Vadret Futschöl, nahe dem gleichnamigen Pass, einen Besuch ab. Der Höhepunkt der Woche war (neben den langen Flügen unter dem Heli hängend) die Besteigung der Großen Totannadel über ihre Südwand. Patrick und Rafael konnten außerdem die Kleine Totennadel rotpunkt abhaken.

Danke an meine Gruppe für die fleißige Zusammenarbeit! Ich wünsche euch alles Gute für den letzten Kurs eurer Ausbildung und für eure Zukunft in der Bergrettung Tirol!

Tipps zur Totennadel Südwand:

  • Im Spätsommer empfiehlt sich der Zustieg von Norden über das Totenfeld, da der alternative Zustieg von Süden ohne Schnee über unangenehmes Geröll erfolgt.
  • Da die ersten Meter hinauf zur Scharte östlich der großen Totennadel sehr brüchig ist wurde hier ein Fixseil eingerichtet.
  • Von der Scharte (2 Bohrhaken) gelangt man unschwer (I) südseitig zu einer Abseilstelle mit 2 Bohrhaken und Abseilring. Von hier ca. 25 m direkt zum Einstieg der beiden Südwandrouten abseilen.
  • Die linke Route ist perfekt mit Bohrhaken eingerichtet (IV, eine Stelle V-), für die rechte Route sind ein paar mobile Sicherungsmittel je nach Vorsteigermoral vorteilhaft.
  • Vom Gipfel der Gr. Totennadel am Grat nach Westen zu einem Abseilstand klettern (II). Von hier mit 30 m direkt an den Sockel der Kl. Totennadel abseilen (1 Bohrhaken, Köpfelschlinge). Von hier entweder hinauf auf die Kl. Totennadel oder ca. 50 m über den kleinen Bergschrund zurück zum Totenfeld abseilen.
  • Hier ist ein kleines “Topo” zur besseren Orientierung:

 

 

Vom 6. bis zum 13. April 2013 durfte ich wieder eine Gruppe junger Bergrettungsanwärter auf ihrem ersten Ausbildungskurs begleiten. Am Programm standen unter anderem Spaltenbergung, Schnee- und Lawinenkunde, sowie Orientierung mit Karte und Bussole.

Trotz des äußerst wechselhaften Wetters war meine Gruppe stets top motiviert und so standen wir an den beiden Tourentagen  auf den Gipfeln der Gemsspitze (3114 m) und des Ochsenkopfs (3057 m). Außerdem statteten wir der Wiesbadener Hütte einen Besuch ab, was dank der beiden Kellnerinnen ein besonderes Vergnügen war.

Ich bedanke mich bei Patrick, Philipp, Florian, Sebastian und Werner für die tolle Woche und wünsche euch für euren weiteren Werdegang zum Bergretter alles Gute!

Für die Mitglieder meiner Gruppe habe ich hier für eine kurze Zeit die besten Bilder als ZIP-Ordner zum downloaden bereitgestellt: DOWNLOAD ORIGINALBILDER

Im Rahmen des Programm Leonardo da Vinci der Europäischen Kommission verbringen 6 Bergretter aus Polen zwei Wochen im Ausbildungszentrum der Bergrettung Tirol. Ich durfte die Bergrettungskollegen der Grupa Podhalanska zwei Tage lang in unsere Bergrettunstechniken einweisen und konnte im Gegenzug selber die eine oder andere Methode von ihnen abschauen.

Das Wetter war uns nicht immer wohlgesonnen, aber wir machten dennoch das Beste daraus:

  • Mittwoch: Vormittag Eisklettern am Eisturm der Jamtalhütte; Nachmittag (Nebel)Skitour Grenzeckkopf.
  • Donnerstag: Vormittag nochmals am Eisturm: Standplatzbau und Sicherungstechniken; Nachmittag Skitour Hintere Jamspitze.

strong

Gerade erst aus Peru zurückgekehrt, stand ich eine Woche später schon wieder auf einem Gletscher – diesmal im Jamtal im Rahmen eines Sommer-Grundkurses der Bergrettungsausbildung. Dass die Teilnehmer in meiner Gruppe top motiviert ins Ausbildungszentrum gekommen sind zeigte sich bereits zu Kursbeginn bei der Materialkontrolle. Nach einem ersten Tourentag an dem wir nach der Eisausbildung am Totenfeld Ferner auch noch auf die spektakuläre kleine Totennadel kletterten, brachen wir am nächsten Tag in Richtung Gamshorn auf. Im linken Teil der Westwand gibt es ein auffälliges Risssystem. Unser Ziel war es durch diese Schwachstelle der Wand zu klettern – und zwar als Erste! Nach zwei Seillängen in einer schönen Verschneidung erreichten wir das Risssystem, welches sich nun aus der Nähe aber als Kamin entpuppte durch den leider gar nicht wenig Wasser plätscherte. So änderten wir unseren Plan und folgten weiter rechts einer nicht weniger logischen Linie durch eine Verschneidung. In dieser Seillänge liegt die Schlüsselstelle, an der ich einen Normalhaken schlug. Nach insgesamt 4 Seillängen (besser wäre die Route aber in 6 Längen zu klettern) erreichten wir den Westgrat und somit Gehgelände. Am Gipfel einigten sich die Mitglieder meiner Gruppe auch schnell auf einen Routennahmen: Durst ist Schwäche!

Info für Wiederholer:
In der gesamten Route stecken nur 2 Normalhaken, 3 Seilschlingen und ein Friend, der nicht mehr zu retten war… Dementsprechend sind genügend mobile Sicherungsmittel mitzubringen!

TOPO gibt’s hier! [PDF - 2,87 MB]

Obwohl das Wetter in der ersten Kurshälfte alles andere als sommerlich war verbrachten wir eine unvergessliche Woche im Jamtal. Mit Babsi, Stephan, Martin, Charly und Matthias hatte ich eine wirklich überdurchschnittlich starke Gruppe und deshalb konnten wir anspruchsvolle Touren absolut reibungslos abhaken! Die Highlights waren die Begehung der sogenannten “Spinne”, einer Eisflanke die zum Oberen Augstenferner führt, sowie eine winterliche Begehung der Route “MIKLI” im oberen fünften Schwierigkeitsgrad auf über 3000m.
Ein herzliches Danke an meine Gruppe für die tolle Zusammenarbeit und die schöne Zeit!!!

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