{"id":755,"date":"2013-08-24T16:26:19","date_gmt":"2013-08-24T14:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/higher-ground.at\/?p=755"},"modified":"2013-08-28T17:27:05","modified_gmt":"2013-08-28T15:27:05","slug":"gipfelsturmernadel-v-30-m-auf-den-spuren-meines-grosvaters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/higher-ground.at\/?p=755","title":{"rendered":"Gipfelst\u00fcrmernadel (V, 30 m) &#8211; Auf den Spuren meines Gro\u00dfvaters"},"content":{"rendered":"<p>ngg_shortcode_0_placeholderVor 66 Jahren (1947) fragte ein gewisser <a title=\"Wikipedia Artikel\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hermann_Buhl\" target=\"_blank\">Hermann Buhl <\/a>meinen Opa Helmuth ob er mit ihm die S\u00fcdkante der Gipfelst\u00fcrmernadel versuchen w\u00fcrde. In gr\u00f6\u00dftenteils technischer Kletterei gelang die k\u00fchne Erstbesteigung an dieser fragilen Felsformation an der Nordseite der Erlspitze.<\/p>\n<p>Otti Wiedmann vergleicht die Gipfelst\u00fcrmernadel in seinem Buch gar mit ber\u00fchmten Felsgebilden wie der Aiguille de la R\u00e8publique in Chamonix oder der Fiamma im Bergell &#8211; da kann man den langen Zustieg schon mal in Kauf nehmen&#8230; So starteten Claudia und ich am Bahnhof Hochzirl in Richtung Erlspitze. Knapp unterhalb des Gipfels f\u00fchrt der Steig an einer kleinen Scharte vorbei, von der aus man gleich den besten Blick auf die Nadel hat. Hier klettert man ca. 60 m unschwer (II) in einer geologisch interessanten Felsrinne bis zum Sockel der Gipfelst\u00fcrmernadel ab.<\/p>\n<p>Wir staunten nicht schlecht, dass bereits eine andere Seilschaft am Einstieg stand und sich zum Klettern vorbereitete. Nachdem die beiden Stubaitaler Matthias und Andre die Westwand geklettert und wieder abgeseilt waren, geh\u00f6rte der Turm Claudia und mir. Ein Blick auf die steile S\u00fcdkante \u00fcberzeugte mich, dass\u00a0wir uns auch mit der\u00a0leichteren Westwand zufrieden geben sollten.<\/p>\n<p>Ich baute uns als erstes\u00a0einen massiven Standplatz, schlie\u00dflich\u00a0ist es am absturzgef\u00e4hrdeten Einstieg nicht wirklich ger\u00e4umig und die ersten Klettermeter gleich ziemlich schwierig (V). Mit einem beherztem Zug geht es auf den angelehnten Pfeiler hinauf. Am Pfeilerkopf k\u00f6nnte man an 2 Normalhaken Stand machen, aber wenn man die Zwischensicherungen ausreichend verl\u00e4ngert ist es kein Problem die Nadel in einem Zug zu klettern. Man folgt nun einem tollen Riss, der sich \u00fcber Friends (Camalots #0,4 grau bis #2 gelb) freut. Die nahezu perfekte Absicherung im Mittelteil der Route sorgt f\u00fcr ein gutes Gef\u00fchl &#8211; immerhin kann man nicht zu 100% ausschlie\u00dfen, dass sich der eine oder andere br\u00fcchige Griff\/Tritt in die Tiefe verabschiedet. Dort wo der Riss breiter und br\u00fcchiger wird quert man, an einem Normalhaken vorbei, nach rechts zu einem kleinen Felsvorsprung, ehe man anschlie\u00dfend wieder linkshaltend zum neuen Bohrhakenstand (2 Klebehaken mit Kette) klettert.<\/p>\n<p>Auf dem Gipfel angekommen ist es wichtig einen kompetenten Fotografen in der Scharte am Normalweg zur Erlspitze parat zu haben&#8230; Ich hatte dieses Gl\u00fcck in Gestalt der beiden Stubaier, welche die klassischen Bilder von mir auf der Nadelspitze schossen. Vielen Dank nochmal!<\/p>\n<p>Nachdem Claudia trotz kalter Finger ebenfalls rotpunkt bei mir auf der Spitze angekommen war verewigten wir uns noch im historisch wertvollen Gipfelbuch. Das selbe taten wir auch im Tourenbuch am Solsteinhaus, in welchem auch der Originaleintrag von meinem Opa und Buhl aus dem Jahr 1947 zu finden ist.<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Tipps f\u00fcr Wiederholer:<\/span><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Am Nadelsockel ist es ziemlich eng, deshalb am besten schon oben am Weg Gurt usw. anziehen.<\/li>\n<li>Wer sich im br\u00fcchigen Gel\u00e4nde nicht ganz wohl f\u00fchlt kann sich von der Scharte auch an einem Normalhaken zum Nadelsockel abseilen. Der Ringhaken steckt orografisch rechts, ein paar Meter unterhalb der Scharte.<\/li>\n<li>Am Einstieg steckt ein alter Normalhaken. Den Standplatz kann man durch einen kleinen Klemmblock und einen Friend (Camalot #0,75 gr\u00fcn) deutlich sicherer gestalten.<\/li>\n<li>Es stecken einige Normalhaken, dennoch empfiehlt es sich f\u00fcr den Riss im Mittelteil ein paar Friends (Camalots #0,4 grau bis #2 gelb) dabei zu haben. Mit 7, idealerweise verl\u00e4ngerbaren, Expressschlingen hat man genug.<\/li>\n<li>Am Gipfel kann man mit einer 120er Bandschlinge an einem Felskopf Stand machen. So kann man gut zu zweit auf der Spitze stehen &#8211; der neue Bohrhakenstand liegt n\u00e4mlich etwas tiefer.<\/li>\n<li>Unbedingt einen Fotografen auf der Scharte am Steig zur Erlspitze positionieren&#8230;<\/li>\n<\/ul>\nngg_shortcode_1_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 66 Jahren (1947) fragte ein gewisser Hermann Buhl meinen Opa Helmuth ob er mit ihm die S\u00fcdkante der Gipfelst\u00fcrmernadel versuchen w\u00fcrde. In gr\u00f6\u00dftenteils technischer Kletterei gelang die k\u00fchne Erstbesteigung an dieser fragilen Felsformation an der Nordseite der Erlspitze. 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