{"id":701,"date":"2013-05-14T22:26:14","date_gmt":"2013-05-14T20:26:14","guid":{"rendered":"http:\/\/higher-ground.at\/?p=701"},"modified":"2013-06-24T23:11:13","modified_gmt":"2013-06-24T21:11:13","slug":"el-capitan-zodiac-600-m-5-7-a3-5-tage-bigwall-klettern-in-yosemite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/higher-ground.at\/?p=701","title":{"rendered":"El Capitan &#8211; Zodiac (~600 m, 5.7, A3) &#8211; 5 Tage Bigwall-Klettern in Yosemite"},"content":{"rendered":"<p>ngg_shortcode_0_placeholderW\u00e4hrend wir am Gate auf unseren Flug zur\u00fcck warten, bleibt Zeit auf unseren Kletterurlaub zur\u00fcckzublicken. Sich abl\u00f6sende Haut an Claudias Fingerspitzen und meine geschwollenen Handgelenke zeugen von 3 intensiven Wochen an den diversen Sandstein- und Granitw\u00e4nden&#8230;<\/p>\n<p>Den kr\u00f6nenden Abschluss fand unsere Reise an &#8222;der Wand der W\u00e4nde&#8220;, dem &#8222;heiligen Gral&#8220; der Bigwaller(innen) &#8211; am El Capitan im Yosemite Nationalpark! Nachdem ich letztes Jahr die ber\u00fchmte &#8222;Nose&#8220;-Route mit Tom erfolgreich von der To-Do-Liste streichen konnte (dort stand sie n\u00e4mlich schon viel zu lange an erster Stelle), stand heuer ein noch verwegeneres Projekt am Programm: die Route &#8222;Zodiac&#8220; an der \u00fcberh\u00e4ngenden Ostwand des &#8222;Captains&#8220;.<\/p>\n<p>Die Zodiac mit ihren 16 Seill\u00e4ngen ist zwar deutlich k\u00fcrzer als die Nose, die klettertechnischen Schwierigkeiten daf\u00fcr aber viel gr\u00f6\u00dfer. Mehr als 3 Seill\u00e4ngen am Tag sind f\u00fcr Gelegenheits-Technokletterer wie uns im Schwierigkeitsgrad A3 kaum zu bew\u00e4ltigen. Daraus ergibt sich eine gesamte Kletterzeit von 5 Tagen und nat\u00fcrlich die Notwendigkeit in der \u00fcberh\u00e4ngenden Wand zu \u00fcbernachten. Folglich muss neben dem absurd umfangreichen Klettermaterial auch jede Menge &#8222;Campingequipment&#8220; und die notwendigen Lebensmittel inklusive Wasser \u00fcber die Wand gezogen werden. Der vielleicht wichtigste Ausr\u00fcstungsgegenstand ist aber die Portaledge &#8211; eine Art Bett mit Aluminiumrahmen, welches man in der vertikalen Welt aufspannen kann. Alles zusammen wiegt diese Campingausr\u00fcstung knappe 60 kg!<\/p>\n<p>Nun aber genug mit den allgemeinen Informationen &#8211; hier kommt der Bericht wie es Bigwall-Aspirantin Claudia und mir in der Zodiac erging:<\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 9. Mai 2013<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem es in den vergangenen Tagen viel schlechtes Wetter im Valley gab, waren wir froh Sonnensymbole am Wetterbericht f\u00fcr die kommenden Tage zu sehen. Wir starteten am Donnerstag trotzdem recht fr\u00fch, da am Nachmittag ein Gewitter wahrscheinlich war. So brachen wir gegen 6 Uhr Richtung Einstieg auf, um Fixseile bis zum 3. Standplatz einzurichten. W\u00e4hrend dem m\u00fchsamen Aufstieg \u00fcber das grobe Blockwerk des Hangschutts war ich schon unglaublich nerv\u00f6s, denn ich wusste, dass die erste Seill\u00e4nge gleich eine der schwersten werden w\u00fcrde. Nachdem ich mich mit der ganzen Kletterausr\u00fcstung an H\u00fcft- und Brustgurt in eine Art Christbaum verwandelt hatte, verabschiedete ich mich ins A3 Gel\u00e4nde. A3 bedeutet, dass bis zu 5 Zwischensicherungen in einer Reihe nur das eigene K\u00f6rpergewicht, nicht aber einen Sturz halten w\u00fcrden. In der ersten Seill\u00e4nge, also direkt \u00fcber dem Boden, macht einen dieser Umstand nat\u00fcrlich etwas nerv\u00f6s. Trotzdem verlief der Aufstieg an Cam Hooks, Micro Nuts und Offset Aliens viel schneller als erwartet und so erreichte ich schon bald den ersten H\u00e4ngestand. Ich zog meinen kleinen Rucksack mit dem Wasser f\u00fcr den heutigen Tag nach, w\u00e4hrend Claudia bewies, dass das Training im heimischen Klettergarten nicht umsonst war. Wie eine routinierte Bigwallerin &#8222;cleante&#8220; sie alle Zwischensicherungen und so entschlossen wir uns weiterzumachen.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderIn der zweiten Seill\u00e4nge gilt es einen Quergang unter einem horizontalen Dach zu klettern. In dieser L\u00e4nge spielt es relativ wenig Rolle ob man vorsteigt oder cleant &#8211; beide Kletterer m\u00fcssen alles mit Leiter klettern. Zur dritten L\u00e4nge gibt es nicht allzu viel zu sagen, aber in der Zwischenzeit durchw\u00fchlte ein B\u00e4r unseren Haul Bag am Wandfu\u00df. Lebensmittel fand er keine, aber Claudia erschrak als sie sah, dass er ihre neue Daunenjacke aus dem Sack gezogen hatte.<\/p>\n<p>Am dritten Stanplatz wurden wir ziemlich nass vom nahe gelegenen Horsetail Fall, der aufgrund des Regens der letzten Tage nat\u00fcrlich ziemlich viel Wasser f\u00fchrte. Wir h\u00e4ngten die Kletterausr\u00fcstung an die Bohrhaken und fixierten das erste Seil f\u00fcr unseren Abstieg. Nach zwei Mal Abseilen erreichten wir den Boden und stellten erleichtert fest, dass Claudias Jacke nicht vom B\u00e4ren angeknabbert worden war.<\/p>\n<p><strong>Freitag 10. Mai<\/strong><\/p>\n<p>Beladen mit der gesamten restlichen Ausr\u00fcstung wanderten wir am fr\u00fchen Morgen das dritte Mal in einer knappen Stunde hinauf zum Einstieg. Wir waren froh, dass der B\u00e4r unsere gestern deponierten Wasserreserven ignoriert hatte und so packten wir alles in den Haulbag.<\/p>\n<p>Das freibaumelnde aufprusiken (&#8222;juggen&#8220;) an unseren Fixseilen war zwar ein anstrengender Kaltstart, aber nach ein bisschen mehr als einer halben Stunde standen wir beide am 2. Standplatz. Von hier galt es das erste Mal unser Gep\u00e4ck hochzuziehen (&#8222;haulen&#8220;). Zu diesem Zweck wird das Haulbag-Seil in einer Umlenkrolle mit R\u00fccklaufsperre (Petzl ProTraxion) eingelegt und die Last durch sein eigenes K\u00f6rpergewicht nach oben gezogen. Bei unserer fast 60 kg schweren Ausr\u00fcstung musste ich mich zus\u00e4tzlich von der Wand wegdr\u00fccken. Trotz des enormen Gewichts funktionierte das haulen erstaunlich gut &#8211; das ist der Vorteil wenn die Route \u00fcberh\u00e4ngt und der Haulbag deshalb keine Reibung an der Felswand produziert.<\/p>\n<p>Nach einer weiteren Seill\u00e4nge juggen und haulen erreichten wir den h\u00f6chsten Punkt von gestern: den 3. Standplatz. Hier verwandelte ich mich wieder in den Christbaum aus Klettermaterial. Diesmal war der &#8222;Christbaumschmuck&#8220; aber noch schwerer, weil Expressschlingen, Friends usw. nass waren. Ab jetzt hie\u00df es wieder mutig sein, denn wir hatten heute noch 4 Seill\u00e4ngen bis zum ersten Biwakplatz am Stand Nr. 7 zu klettern.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderDie 4. Seill\u00e4nge startet mit einer grasigen Rampe in der ich einige Meter frei klettern konnte. Die relativ flache Verschneidungskletterei und die konstante Querung nach links empfanden Claudia und ich beim vor- und nachsteigen als eher unangenehm und erforderte au\u00dferdem, dass Claudia unser Gep\u00e4ck mit einem eigens daf\u00fcr mitgenommenen Seil vom unteren Standplatz erst in die Falllinie des oberen Standplatzes abseilen (&#8222;lowern&#8220;) musste, ehe ich es haulen konnte. Diese Prozedur kostet zwar Zeit ist aber notwendig um zu starkes Pendeln und eine eventuelle Besch\u00e4digung des Haulbags zu vermeiden.<\/p>\n<p>Die Seill\u00e4ngen 5 und 6 konnte ich zu einer langen Seill\u00e4nge zusammenh\u00e4ngen. Dazu muss man aber einiges an Material unter sich wieder mitnehmen (&#8222;back cleanen&#8220;) um zu starke Seilreibung zu verhindern. F\u00fcr den Vorsteiger eine nervenaufreibende Sache, aber angenehm f\u00fcr Claudia, da sie nicht mehr sehr viel zu cleanen hatte. Die letzten Meter zum Standplatz konnte ich wieder ein paar Meter frei klettern.<\/p>\n<p>Vor der 7. Seill\u00e4nge hatte ich schon die ganze Zeit Angst: Die A3-Kletterei oberhalb des &#8222;Black Towers&#8220; gilt als gef\u00e4hrlichste Stelle der Tour, da ein Sturz die meisten Zwischensicherungen aus der Wand rei\u00dfen w\u00fcrde und man in weiterer Folge unsanft auf besagtem Turm landen k\u00f6nnte. Nachdem ich relativ leicht bis auf die Spitze des Black Towers geklettert war machte ich den ersten Schritt in einen winzigen Haken (RURP) dar\u00fcber. Es folgten etliche Z\u00fcge an RURPS, Copperheads, Micro Nuts und meinem ersten selber in den Riss geh\u00e4mmerten Tomahawk. Um die Dramatik des Augenblicks noch zu steigern ging zeitgleich ein Gewitter nieder und das laute R\u00f6hren des Donners begleitete mich bis zum Felsvorsprung (&#8222;Ledge&#8220;) des heutigen Biwakplatzes. W\u00e4hrend ich trocken blieb erwischte Claudia beim Sichern einiges an Regen.<\/p>\n<p>Nachdem Claudia wieder alles perfekt cleante bauten wir unsere Portaledge inklusive Deluxe-\u00dcberzelt (&#8222;Fly&#8220;) zusammen. Die nat\u00fcrliche Ledge ist n\u00e4mlich nur 60 cm mal 150 cm gro\u00df und noch dazu absch\u00fcssig. Bald hatten wir es uns im mobilen Zuhause der kommenden Tage bequem gemacht. Da die Schwerkraft jeden Ausr\u00fcstungsgegenstand erbarmungslos nach unten saugt ist es wichtig alles irgendwie anh\u00e4ngen zu k\u00f6nnen. So versahen wir zum Beispiel jede Trinkflasche mit Schn\u00fcren und fixierten jeden Schraubverschluss mit einer weiteren Schnur an der Trinkflasche. Claudia hatte sogar ihren Trichter, den sie aufgrund der weiblichen Anatomie ben\u00f6tigte wann immer die Blase dr\u00fcckte, mit einer Sicherungsschlinge versehen. Ja &#8211; richtig gelesen: Auch das pinkeln und gr\u00f6\u00dfere Gesch\u00e4fte zu t\u00e4tigen muss ge\u00fcbt sein &#8211; schlie\u00dflich darf und sollte man nicht einfach \u00fcber die Wand runter schei..&#8217;n!<\/p>\n<p>Wir waren zufrieden, dass wir die ersten 7 Seill\u00e4ngen (eigentlich waren&#8217;s eh nur 6) gut hinter uns gebracht hatten und nach einem ausgiebigen Abendessen (Vorspeise: Tortilla mit Spam und K\u00e4se; Hauptspeise: Jeder eine Doppelpackung Trockennahrung der Firma &#8222;Backpackers Pantry&#8220;; Nachspeise: Eingelegte Fr\u00fcchte) schliefen wir mindestens gleich gut wie in einem Kingsize Bett in Las Vegas.<\/p>\n<p><strong>Samstag 11. Mai<\/strong><\/p>\n<p>Zum Fr\u00fchst\u00fcck gab es f\u00fcr jeden einen halben Liter trinkbarer Expeditionsnahrung mit Kakao-Geschmack (Peronin), welche uns schon bei vielen Bergtouren gut bekommen war. Danach begannen wir unser Lager abzubauen. Da wir heute in den wirklich steilen, also \u00fcberh\u00e4ngenden Teil der Route kommen w\u00fcrden, entfernten wir nur das Fly von unserer Portaledge. Die Portaledge selbst lie\u00dfen wir zusammengesteckt, da wir sie auf jedem Standplatz ben\u00f6tigen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die achte Seill\u00e4nge f\u00fchrt einen in den &#8222;Grey Circle&#8220;, den spektakul\u00e4rsten Teil der Route. Gleich zu Beginn der Seill\u00e4nge zog es mich aber zu weit nach links zum Standplatz der Nachbarroute &#8211; und das obwohl auf diesen Fehler im Topo extra hingewiesen wird. Dummheit! Nach dem unn\u00f6tigen Zeitverlust ging es im richtigen Riss weiter &#8211; und der hat&#8217;s in sich! Meiner Meinung nach war diese L\u00e4nge eine der schwersten der ganzen Tour, da relativ weite Strecken mit zweifelhaften Zwischensicherungen zur\u00fcckgelegt werden m\u00fcssen. Und es ist verdammt steil! Vielleicht war es aber auch nur der morgendliche Kaltstart, der mir Probleme bereitete. Claudia leistete exzellente Arbeit als sie alleine die Portaledge wie eine Fahne an das Haulbag Seil \u00fcber dem Haulbag montierte (&#8222;flagte&#8220;). W\u00e4hrend sie wieder am fixierten Seil cleante haulte ich alles hoch und montierte die Portaledge am Standplatz. Ohne Portaldge m\u00fcsste man stundenlang in der leicht \u00fcberh\u00e4ngenden Wand im Gurt h\u00e4ngen &#8211; unertr\u00e4glich.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_3_placeholderSeill\u00e4nge (&#8222;pitch&#8220;) 9 gilt als beste L\u00e4nge der Tour. Eine riesige Verschneidung mit feinem Riss zieht sich endlos empor. Ca. 1,5 Stunden und gef\u00fchlte 100 Zwischensicherungen Sp\u00e4ter konnte ich den n\u00e4chsten Standplatz erreichen. Die Ausgesetztheit ist unbeschreiblich und man ist froh m\u00f6glichst bald wieder die Portaledge unter sich zu haben.<\/p>\n<p>Der H\u00f6hepunkt des Tages war die n\u00e4chste Seill\u00e4nge: die ber\u00fchmte &#8222;Nipple Pitch&#8220;. Die Felsformation erhielt ihren Namen aufgrund der unverkennbaren \u00c4hnlichkeit mit einer Brust. Bis zur Brustwarze muss man einem feinen Riss ca. 20 Meter nach rechts folgen, welcher sich durch den Verschnitt der senkrechten Wand und dem Vorsprung einer abgel\u00f6sten Granitschuppe ergibt. Den Ratschlag diese Distanz ausschlie\u00dflich mit &#8222;reverse Cam Hooks&#8220; zur\u00fcckzulegen ignorierte ich aufgrund des b\u00f6sen Sturzpotentials mit Gefahr eines Pendlers auf die Portaledge und entschloss mich zu einer anderen Taktik. Nach jedem Cam Hook h\u00e4mmerte ich einen abgeschnittenen Profilhaken (&#8222;sawed angle&#8220;) senkrecht nach oben in den Riss. Claudia w\u00fcrde mir beim cleanen zwar das Kreuz abfluchen, aber das nahm ich in Kauf. Nahe des Nipples und dem dortigen, erl\u00f6senden Bohrhaken verwandelt sich der Riss in einen unguten offwidth. Hier w\u00fcrde ein Camalot Nr. 6 ein paar Zentimeter Raumgewinn bedeuten, wir hatten aber keinen dabei. Ich fasste allen Mut zusammen und kletterte den letzten Meter in Piaz-Technik frei. Der nachfolgende Riss ist auch nicht gerade ganz einfach, aber fr\u00fcher oder sp\u00e4ter gelangt man zum exponiertesten Biwakplatz der Route.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_4_placeholderClaudia musste zum Cleanen ebenfalls viel mit reverse Cam Hooks arbeiten und schaffte es alle Haken wieder aus dem Riss zu h\u00e4mmern. Unvorstellbar, dass diese Seill\u00e4nge komplett frei geklettert wurde!<\/p>\n<p>Wie durch ein Wunder schaffte ich es alleine das Fly an der Portaledge zu montieren, was uns eine angenehme Biwaknacht sicherstellte.<\/p>\n<p><strong>Sonntag, 12. Mai<\/strong><\/p>\n<p>Die erste L\u00e4nge des 4. Klettertages f\u00fchrt durch den Z-f\u00f6rmigen \u00dcberhang des &#8222;Mark of Zorro&#8220;. Der \u00dcberhang selbst war aufgrund der soliden Zwischensicherungen f\u00fcr mich recht einfach, der feine Riss danach machte mir mehr Probleme und ich schlug 2 Haken. Claudia beschwerte sich beim cleanen genau gegenteilig, da ihr das extrem \u00fcberh\u00e4ngende Gel\u00e4nde bei gleichzeitiger Querung nach rechts mehr Schwierigkeiten bereitete. Trotzdem standen wir bald wieder beide auf unserer Ledge am 11. Standplatz.<\/p>\n<p>Seill\u00e4nge 12 f\u00fchrt an der &#8222;Devil&#8217;s Brow&#8220; vorbei und im Mittelteil \u00fcber ein paar lose Bl\u00f6cke. Hier muss man sehr genau aufpassen welche Zwischensicherung man verwendet (ein Friend k\u00f6nnte durch seine Spreizwirkung die falsche Wahl sein&#8230;). Claudia h\u00e4tte beim Cleanen fast einen 10 Kilo Brocken aus der Wand gerissen! Zum Stand gelangt man durch eine Kombination aus Freiklettern und hooken. Man hat auf diese Art zwar lange keine Zwischensicherung, aber die Hooks an der gro\u00dfen Schuppe sind ausgezeichnet (&#8222;bomber&#8220;).<\/p>\n<p>Seill\u00e4nge 13 bedeutet viel Arbeit f\u00fcr den Vorsteiger &#8211; viel back cleanen &#8211; ist aber nicht besonders schwierig. Der Riss hinauf zur &#8222;Peanut Ledge&#8220; (60 cm mal 180 cm) ist ein wahrer Genuss im Schwierigkeitsgrad C1, was bedeutet, dass alle Cams bomber sind.<\/p>\n<p>Da wir mit der Peanut Ledge schon recht fr\u00fch unser heutiges Tagesziel erreicht hatten beschloss ich noch die 14. Seill\u00e4nge f\u00fcr morgen zu fixieren. Diese L\u00e4nge bereitete mir schon Kopfzerbrechen seitdem ich in der neuen Ausgabe des Kletterf\u00fchrers las, dass man 4 Camalots der Gr\u00f6\u00dfe 4 und 5 mitnehmen soll. Die anfangs leichte Granitschuppe (ja &#8211; man kann sogar ein paar Meter frei klettern) und der schwierigere, nasse, obere Teil k\u00f6nnen ausschlie\u00dflich durch diese Cam-Gr\u00f6\u00dfen abgesichert werden! Da ich nur 3 Cams #4 und einen Cam #5 dabei hatte bedeutete das f\u00fcr mich viel &#8222;leap frogging&#8220;. Dabei nimmt man (wie beim back cleanen) immer die Sicherung unter einem mit, damit man wieder das richtige Material zur Hand hat. In der Mitte der Seill\u00e4nge gibt es einen kleinen Rivet, aber ohne Schockabsorber (&#8222;screamer&#8220;) m\u00f6chte ich diesen Schrauben nicht zu stark belasten. Ab der Mitte ist der Camalot #4 eigentlich zu klein, h\u00e4lt aber gerade noch (&#8222;tipped out&#8220;). So gelang es mir meinen 5er Cam vor mir herzuschieben bis man unterhalb des Daches wieder eine andere Cam-Gr\u00f6\u00dfe verwenden kann. Die letzten Meter unter dem Dach links hinaus zum Stand sind sehr exponiert aber nicht mehr besonders schwer.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_5_placeholderIch fixierte unser Haulbag-Seil und Claudia lie\u00df mich am Kletterseil ab, w\u00e4hrend ich cleante. Als ich den letzten Friend aush\u00e4ngte gab es nat\u00fcrlich eine argen Pendler, der wegen einer relativ scharfen Kante ganz oben ziemlich unheimlich war.<\/p>\n<p>Den letzten Adrenalin-Aussto\u00df des Tages hatten Claudia und ich als unser Jetboil w\u00e4hrend dem Wasser kochen pl\u00f6tzlich Flammen warf. Eine ungute Sache, wenn alles, was einem an der Wand festh\u00e4lt, aus brennbarem Nylon ist. Gottseidank konnten wir den Kocher schnell auf die Peanut Ledge werfen und mit einem beherzten Griff ins Feuer das Gasventil abdrehen!<\/p>\n<p><strong>Montag, 13. Mai<\/strong><\/p>\n<p>Der letzte Tag in der Wand! Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck bauten wir unsere Portaledge ab &#8211; wir w\u00fcrden sie dank kleiner Felsb\u00e4nder an den Standpl\u00e4tzen nicht mehr brauchen. Bald startete Claudia nach einem luftigen Swing mit dem Aufstieg am fixierten Dyneema-Haulbag-Seil. Zus\u00e4tzlich sicherte ich sie toprope mit dem Kletterseil &#8211; schlie\u00dflich habe ich die scharfe Kante bei meinem gestrigen Swing nicht vergessen.<\/p>\n<p>Unser Gep\u00e4ck fixierten wir mit einem Fifi-Hook am Standplatz und nachdem ich ebenfalls \u00fcber das Fixseil bei Claudia angekommen war konnten wir es so einfach vom Stand wegziehen und haulen.<\/p>\n<p>In Gedanken schon ganz beim Ausstieg erlebte ich in den letzten beiden Seill\u00e4ngen noch so einige \u00dcberraschungen. Seill\u00e4nge 15 erforderte wieder viel back cleaning und Freikletterei, endet aber auf einer gro\u00dfen und bequemen Ledge.<\/p>\n<p>In der letzten Seill\u00e4nge verlie\u00df mich knappe 10 m unter dem Ausstieg die Geduld und ich h\u00e4mmerte einen gro\u00dfen Beak (Black Diamond Pecker) und einen Copperhead mit aller Kraft in einen feinen Riss. Diese beiden Zwischensicherungen sollten die einzigen Spuren sein, welche wir in der Wand hinterlie\u00dfen. Nachdem ich mich aus dem letzten \u00dcberhang mit einem Zug \u00fcber die Kante in die horizontale Welt bef\u00f6rderte konnte ich mir einen lauten Gl\u00fccksschrei nicht verkneifen. Claudia cleante, inzwischen routiniert, die Seill\u00e4nge. Unglaublich, dass sie all die vielen Haken, Friends und Stopper die ich bis hier her gelegt hatte entfernen konnte!<\/p>\n<p>Ich baute am Baum hinter dem Ausstieg einen Manschaftsflaschenzug und konnte so unser Gep\u00e4ck rasch \u00fcber die relativ flache letzte L\u00e4nge bef\u00f6rdern. Kurz nach Mittag hatte es auch Claudia geschafft und wir fielen uns gl\u00fccklich in die Arme. Wie sehr hatte ich doch anfangs am Erfolg unser &#8222;Expedition&#8220; gezweifelt!? Umso gr\u00f6\u00dfer war jetzt nat\u00fcrlich die Freude dar\u00fcber, dass eigentlich alles &#8222;wie am Schn\u00fcrchen&#8220; verlief.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_6_placeholderPeter, ein routinierter Bigwaller, besuchte uns am Ausstieg und half in weiterer Folge bei der Wegfindung am Marsch nach unten. <a title=\"Website Peter und Martina\" href=\"http:\/\/www.arzt-tauplitz.at\/Klettern%20Zodiac.html\" target=\"_blank\">Die Website von ihm und seiner Frau war uns eine gro\u00dfe Hilfe!<\/a> Der Abstieg \u00fcber die East Ledges ist anstrengend und gef\u00e4hrlich &#8211; vor allem wegen dem vielen Gep\u00e4ck.<\/p>\n<p>Wir mussten noch 3 Mal an fixierten Statikseilen abseilen und dann noch einmal mit dem eigenen. Nach 3 Stunden chauffierte uns Peter zur\u00fcck zu unserem Leihauto, welches wir bei der Br\u00fccke geparkt hatten. Der Tag endete nach einer Dusche und einer riesigen Pizza mit viel Bier und Whisky um 2 Uhr Nachts im Camp 4.<\/p>\n<p>Gro\u00dfer Dank geb\u00fchrt Tom Evans &#8211; dem Fotografen auf der Br\u00fccke der El Cap Meadows. Er machte viele beeindruckende Bilder in Profi-Qualit\u00e4t von uns, welche weit mehr Geld wert sind, als er daf\u00fcr verlangt! Dementsprechend sollte man ihn auch entlohnen! Thank you very much Tom Evans! Tipp: Tom ver\u00f6ffentlicht t\u00e4glich einen Report \u00fcber die Kletterer am ElCapitan: <a title=\"Tom Evans\" href=\"http:\/\/www.elcapreport.com\/\" target=\"_blank\">www.elcapreport.com<\/a><\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Tipps f\u00fcr Wiederholer:<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Das &#8222;Supertopo&#8220; von Chris McNamara ist sehr gut! Wir haben alle seine Tipps befolgt und w\u00fcrden es wieder so machen.<\/p>\n<p><strong>Material:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>3 Set Camalots C4 bis zur Gr\u00f6\u00dfe 4<\/li>\n<li>1 Camalot Nr. 5, w\u00fcrde das n\u00e4chste Mal sicher 2 davon mitnehmen und evtl. auch einen Nr. 6.<\/li>\n<li>Ein Set Black Diamond Camalot C3<\/li>\n<li>Aliens Schwarz, Blau und Gr\u00fcn<\/li>\n<li>Offset Aliens bis zur Gr\u00f6\u00dfe Rot\/Gelb<\/li>\n<li>2 Sets HB Offset Micro Nuts<\/li>\n<li>1 Set HB Offset Nuts (normale Gr\u00f6\u00dfen)<\/li>\n<li>3 Beaks<\/li>\n<li>10 Rivet Hangers<\/li>\n<li>Ein paar Copperheads<\/li>\n<li>Abgeschnittene Profilhaken (&#8222;sawed off angles&#8220;): siehe Angaben von McNamara<\/li>\n<li>Ein paar Knifeblades.<\/li>\n<li>Cam Hooks!!! Vielleicht wichtigster Ausr\u00fcstungsgegenstand! Alle Gr\u00f6\u00dfen von Leeper und die beiden mittleren Gr\u00f6\u00dfen doppelt. Der schwarze Leeper Cam Hook war st\u00e4ndig in Verwendung und ein dritter extra f\u00fcr den Nachsteiger w\u00e4re auch kein Luxus.<\/li>\n<li>Normale Hooks: Hatte 6 St\u00fcck dabei und habe alle verwendet. Unbedingt auch zwei sehr gro\u00dfe Hooks f\u00fcr die Schuppen.<\/li>\n<\/ul>\nngg_shortcode_7_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend wir am Gate auf unseren Flug zur\u00fcck warten, bleibt Zeit auf unseren Kletterurlaub zur\u00fcckzublicken. 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