{"id":536,"date":"2012-07-06T18:03:56","date_gmt":"2012-07-06T16:03:56","guid":{"rendered":"http:\/\/higher-ground.at\/forum\/?p=536"},"modified":"2012-07-06T18:03:56","modified_gmt":"2012-07-06T16:03:56","slug":"quebrada-llaca-vallunaraju-5686-m","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/higher-ground.at\/?p=536","title":{"rendered":"Quebrada Llaca &#8211; Vallunaraju 5686 m"},"content":{"rendered":"<p>Montag, 2. Juli 2012 <br \/> Die Oma unseres Hotels machte uns in ihrer privaten K\u00fcche ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck und bot uns an ein Taxi zur Quebrada Llaca zu organisieren. Der Preis von 120 Soles f\u00fcr eine Richtung schreckte uns aber ab, weshalb Claudia (das heutige Geburtstagskind) vorschlug ein normales Taxi auf eigene Faust zu checken. Eigentlich hatten wir vor im Bergf\u00fchrerb\u00fcro nach weiteren Klettertopos zu fragen, aber als um halb 10 (um 9 sollte offen sein) noch immer keiner da war, gaben wir auf. Die Wartezeit wurde uns aber von mehreren Uniformierten (Milit\u00e4r und 4 Politessen) unterhaltsam verk\u00fcrzt, da diese ebenso auf die Herrn Bergf\u00fchrer warteten, aber schon deutlich ungeduldiger waren. Schon das erste Taxi willigte ein uns f\u00fcr 60 (!) Soles zur Laguna Llaca zu fahren. Dieser Preis gr\u00fcndete aber wohl auf der Unwissenheit des Fahrers, denn immerhin gilt es 1500 H\u00f6henmeter und 30 km auf schlimmsten Schotterstra\u00dfen zur\u00fcckzulegen. Nach 1,5 Stunden kamen wir an und der Blick auf den nahen 6000er Ranrapallca war so beeindruckend, dass selbst unser Taxler ein paar Fotos mit seinem Smartphone machen musste. Schlie\u00dflich tauschten wir unsere Handynummern aus und verabredeten uns f\u00fcr kommenden Freitag um 15 Uhr. Wir hoffen, dass er uns wieder abholt!!! Am Nachmittag gingen wir dann ein bisschen sportklettern auf typischen Granit-Gletscherschliffen. PulpFriction! Zwischen den Routen galt es allzu hungrige K\u00fche zu vertreiben, wobei wir auch den Essensack zweier Basken heroisch verteidigten. Hinter dem recht neuen Ausbildungszentrum der peruanischen Bergf\u00fchrer (gro\u00dfes UIAGM Logo) schlugen wir auf \u00fcber 4450 m Seeh\u00f6he unser Lager auf. Heute Nacht werden wir von einer kleinen Pferdeherde bewacht, ehe wir morgen Richtung Hochlager des Vallunaraju aufbrechen.<\/p>\n<p> Dienstag, 3. Juli 2012 <br \/> Schon seit unserem Meerschweinchen-Abendessen in Cuzco habe ich leichte Probleme mit der Verdauung. Dazu kommt ein ordentlicher Schnupfen. Die Kombination aus beidem, zusammen mit der trockenen H\u00f6henluft, f\u00fchrte zu einer richtig unguten Nacht. Als sich dann am Morgen mein Magen komplett entleerte war klar, dass wir unser geplantes Bergprojekt verschieben m\u00fcssen. Vollgepumpt mit Immodium Kapseln ging es mir dann doch gut genug um die 5 Seill\u00e4ngen Sportkletteroute &#8222;Mission Lunatica&#8220; im oberen siebten Schwierigkeitsgrad zu klettern. Claudia und ich waren begeistert von der sch\u00f6nen Route, welche uns bis in eine Seeh\u00f6he von 4700 m f\u00fchrte und eine gewaltige Aussicht Richtung Ranrapalca und Vallunaraju bot. Zur\u00fcck beim Zeltplatz bekamen wir bald Besuch von zwei Grazern, welche ebenfalls heute in das Hochlager des Vallunaraju wollten, aber den Weg nicht fanden. Gleich wie Claudia und ich fassten auch sie den Entschluss morgen auf das Hochlager zu verzichten und die 1200 H\u00f6henmeter gleich in einem Zug zu machen. In meinem Gesundheitszustand wollte ich mir die Nacht im Mor\u00e4nenlager auf fast 5000 m ersparen! Am Abend ging es mir dann wieder etwas schlechter, was ich mit einem Medikamentenmix aus Schlaf-, Kopfweh- und Durfalltabletten zu bek\u00e4mpfen versuchte&#8230; <\/p>\n<p> Mittwoch, 4. Juli 2012 <br \/> Um 2:15 riss uns der Wecker aus dem Schlaf und wir machten uns im Flutlicht des Vollmondes ein delizi\u00f6ses Fr\u00fchst\u00fcck: Haferschleim! Egal, ich sollte es sowieso nicht lange bei (in) mir behalten&#8230; Um 3 Uhr brachen wir schlie\u00dflich auf. Der Weg Richtung Vallunaraju ist anfangs zwar steil, aber in einem guten Zustand und nicht zu verfehlen. Ab dem Zeitpunkt an dem man den Wald verl\u00e4sst wurde es aber richtig kalt und am Mor\u00e4nencamp auf 4950 m g\u00f6nnten wir uns ein zweites Fr\u00fchst\u00fcck, eingemummt im Biwaksack. Ich konnte leider nichts mehr essen, eine halbe Stunde vorher verabschiedete sich bereits ziemlich abrupt das erste Fr\u00fchst\u00fcck. Die nun leere Thermoskanne und meinen Sombrero deponierten wir auf einem Felsband um Gewicht zu sparen. Auf 5000 m gilt es die Steigeisen zu montieren, denn ab hier bewegt man sich am Gletscher. Der Blick hinunter ins Lichtermeer der 2000 m tiefer liegenden Stadt Huaraz ist wundersch\u00f6n. Die w\u00e4rmenden Sonnenstrahlen lie\u00dfen lange auf sich warten, da man immer ein bisschen westlich des Grates aufsteigt. Bald kamen uns die ersten gef\u00fchrten Gruppen entgegen, welche heute Fr\u00fch im Mor\u00e4nenlager gestartet waren und den Gipfel so schon ein paar Stunden vor uns erreicht hatten. Ab 5300 m kamen wir mangels Sauerstoff nur noch recht langsam voran, wobei uns kurze Steilstufen zwischen den riesigen Gletscherspalten am meisten einbremsten. Dennoch kamen wir um halb 10 in die Scharte zwischen Vor- und Hauptgipfel. Ab hier waren wir in de Sonne und der recht exponierte und steile Gipfelgrat setzte neue Energie in uns frei. Wie geplant standen wir nach 7 Stunden um Punkt 10 Uhr am Gipfel des 5686 m hohen Vallunaraju. Das Panorama mit Worten zu beschreiben ist kaum m\u00f6glich &#8211; f\u00fcr 15 Minuten genossen wir die Ruhe und die w\u00e4rmende Sonne. Der Abstieg ist ziemlich unproblematisch, allerdings setzte uns die bald flimmernde Hitze am Gletscher zu. Unsere Euphorie \u00fcber den Gipfel wurde ein wenig gebremst, als wir beim Mor\u00e4nencamp entt\u00e4uscht feststellten, dass jemand unsere Thermoskanne und meinen Hut mitgenommen hatte! Der weitere Abstieg erschien uns endlos, doch nach etwas mehr als 11 Stunden Gesamtzeit waren wir zur\u00fcck beim Zelt. V\u00f6llig ersch\u00f6pft schliefen wir eine Weile, bzw. warteten wir ab, bis der Schneeregen aufh\u00f6rte, ehe wir uns doch noch eine gro\u00dfe Portion Nudeln kochten. <\/p>\n<p> Donnerstag, 5. Juli 2012 <br \/> Vormittags trockneten wir unsere Sachen und versuchten so viel wie m\u00f6glich zu relaxen. Aufgrund meines Gesundheitszustandes beschlossen wir doch schon heute hinunter nach Huaraz zu fahren, denn auf fast 4500 m hatte ich nicht das Gef\u00fchl mich zu erholen. Au\u00dferdem hatten wir hier in der Quebrada Llaca eigentlich alles &#8222;abgehakt&#8220; \ud83d\ude42 Claudia schnappte sich das Handy und rief unseren Taxler David an, der uns dann p\u00fcnktlichst um 15 Uhr abholte. Mittlerweile hatte er sich nach einer besseren Stra\u00dfe erkundigt und so rasten wir mit 70 km\/h \u00fcber die Schotterstra\u00dfe auf dem Grat eines riesigen Mor\u00e4nenwalles hinunter. David grinste wie ein zufriedener Ralleyfahrer, der soeben eine Tageswertung gewonnen hatte! Unsere Gesichtsausdr\u00fccke w\u00fcrde man eher mit &#8222;erschreckt&#8220; beschreiben&#8230; Wir ergatterten auch ohne Reservierung ein Zimmer im gleichen Hotel und richteten eine kleine Krankenstation f\u00fcr mich ein. <\/p>\n<p> Freitag, 6. Juli 2012 <br \/> Da Claudia nach langj\u00e4hriger Erfahrung schon daran gew\u00f6hnt ist der gesundere Teil des Reisegespanns zu sein (Michi?) \u00fcbernahm sie dankenswerter Weise die Rolle einer Krankenschwester und versucht mich derzeit gesund zu pflegen, auf dass wir bald in Richtung Sportklettergebiet Hatun Machay aufbrechen k\u00f6nnen. <br \/> ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag, 2. Juli 2012 Die Oma unseres Hotels machte uns in ihrer privaten K\u00fcche ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck und bot uns an ein Taxi zur Quebrada Llaca zu organisieren. Der Preis von 120 Soles f\u00fcr eine Richtung schreckte uns aber ab, weshalb Claudia (das heutige Geburtstagskind) vorschlug ein normales Taxi auf eigene Faust zu checken. 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