{"id":530,"date":"2012-06-28T16:34:39","date_gmt":"2012-06-28T14:34:39","guid":{"rendered":"http:\/\/higher-ground.at\/forum\/?p=530"},"modified":"2012-06-29T00:32:17","modified_gmt":"2012-06-28T22:32:17","slug":"salkantay-trek","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/higher-ground.at\/?p=530","title":{"rendered":"Salkantay Trek"},"content":{"rendered":"<p>Sonntag 24.6.2012 &#8211; Salkantay Trek Tag 1<br \/>\nHeute brachen wir um 6 Uhr bei leichtem Regen von Aguas Calientes Richtung Hidro Electrico auf. Unsere Rucks\u00e4cke wiegen gef\u00fchlte 100 Kilo, doch nach 2,5 Stunden hatten wir die 11 km entlang der Schienen geschafft. Neidisch machten wir dem ersten Zug der uns \u00fcberholte Platz, doch dieser Abschnitt der Bahnstrecke darf nur von Einheimischen befahren werden(!). Am Bahnhof des alten Wasserkraftwerkes st\u00e4rkten wir uns an einem kleinen Imbissstand, ehe wir nach S\u00fcden in das Aobamba Tal abbogen und die Zivilisation hinter uns lie\u00dfen. Nun beginnt das Abenteuer Salkantay Trek! Ein junger Hund entschloss sich uns zu begleiten und wehrte unsere Verscheuchungsversuche gleichg\u00fcltig ab. Bald gelangt man zu einer 50 m langen H\u00e4ngebr\u00fccke, die uns wild schaukelnd zur anderen Talseite f\u00fchrte. Hier filtrierten wir 5 Liter Trinkwasser (bedeutet nochmals 5 kg mehr zu tragen) und begannen dann mit dem steilen Aufstieg. Der schmale, schlammige Pfad f\u00fchrt mit unz\u00e4hligen Serpentinen durch den Regenwald mit Bananenb\u00e4umen, Kokastauden und Walderdbeeren. Mmmmmhh! Bald kamen uns die ersten Touristen entgegen, schlie\u00dflich wird diese Trekkingtour normalerweise von der Gegenrichtung gemacht. &#8222;Unser&#8220; Hund schien von unserer unfreundlichen Art ihm gegen\u00fcber nun doch die &#8222;Schnauze voll zu haben&#8220; und schloss sich zwei Franzosen an! Um 13 Uhr erreichten wir nach fast 900 H\u00f6henmetern die Inkaruinen von Llactapata. Von hier hat man einen wundersch\u00f6nen Ausblick nach Machu Picchu und auch der \u00fcber 6000 m hohe Salkantay l\u00e4sst sich zwischen den Wolken erkennen. In nun v\u00f6lliger Einsamkeit machten wir es uns auf der Wiese zwischen den Ruinen bequem, und genossen unsere Travellunch Ration. Nachdem ich diese Zeilen fertig getippt habe werden wir uns noch gem\u00fctlich einen Kokatee machen w\u00e4hrend wir den Sonnenuntergang \u00fcber Machu Picchu bewundern und uns schlie\u00dflich in unser Zelt innerhalb der Mauern eines Inka Hauses kuscheln. Ja &#8211; es geht uns richtig gut! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Montag, 25.6.2012 &#8211; Salkantay Trek Tag 2<br \/>\nHeute war ein langer, anstrengende Tag, aber nun der Reihe nach: Nachdem wir unser Trinkfr\u00fchst\u00fcck (Schoko-Peronin) in der Arena der Inkaschaupl\u00e4tze beendet hatten brachen wir um 7 Uhr auf. Nach etwa 20 Minuten erreichten wir den Pass zwischen Aobambatal und jenem des Rio Santa Teresa auf ca. 2800 m. Von nun an ging es entlang eines perfekt angelegten und gepflegten Inkapfades bergab. Anfangs durch einen wegen der vielen Schlingpflanzen mystisch wirkenden Wald, sp\u00e4ter durch etliche Bananen-, Kaffee-, und Avocadoplantagen. Bald erreichten wir die staubige Fahrstra\u00dfe, welche die vielen kleinen Siedlungen und Wellblechh\u00fctten mit der Ausenwelt verbindet. Das Angebot eines Taxifahrers uns bis zum n\u00e4chsten gr\u00f6\u00dferen Dorf mitzunehmen lehnten wir im sportlichen Ehrgeiz dankend ab. Um 10 Uhr kamen wir in Sahuayaco an, wo wir uns mit frittiertem Huhn und viel Inka Cola st\u00e4rkten. Ab nun ging es wieder kontinuierlich bergauf, wobei sich der Fahrweg bald zu einem schmalen Gehweg verengte. Auf der anderen Talseite g\u00e4be es seit ein paar Jahren eine Stra\u00dfe, jedoch d\u00fcrfte diese wegen zahlreicher Muren derzeit unbefahrbar sein. Auch unser Pfad ist immer wieder \u00fcber kurze Strecken vermurt, wackelige Holzbr\u00fccken erm\u00f6glichen aber ein rasches Weiterkommen. Die steilen Talflanken weisen nur selten ebene Fl\u00e4chen auf und diese werden dann f\u00fcr kleine Plantagen gen\u00fctzt. Mehrmals gelang man so auch zu &#8222;Campingpl\u00e4tzen&#8220;, an denen sich die Bauern durch den Verkauf von \u00fcberteuerten Erfrischungsgetr\u00e4nken und Schokoriegeln etwas dazuverdienen. Hier trifft man meist auch auf organisierte Touristengruppen, deren Gep\u00e4ck mit Pferden oder Eselkolonnen transportiert wird. Ein \u00fcberm\u00e4\u00dfig hilfsbereiter Amerikaner erkl\u00e4rte uns, dass unser f\u00fcr heute angestrebtes Etappenziel noch 5 Stunden entfernt sei&#8230; (es waren dann nicht einmal 3). Der Pfad verl\u00e4uft nun leider nicht mehr ganz so kontinuierlich was den H\u00f6henmetergewinn betrifft, denn es m\u00fcssen oft kleine Felsw\u00e4nde und Murgr\u00e4ben umgangen werden. Pl\u00f6tzlich fallen einem kleine Quellen auf, an denen das Gestein intensiv rot gef\u00e4rbt ist. An einer Stelle spritzt das Wasser etwa 5 m im hohen Bogen aus einem Felsspalt heraus. Ein Kontrollgriff best\u00e4tigte die Vermutung, dass es sich dabei um warme Quellen handelt. Nur wenige Meter weiter m\u00fcndet ein gro\u00dfer Bach in den Rio Santa Teresa. Hier schlugen wir an einem kleinen, ebenen Platz unser Lager auf. Ein kurzes Bad im kalten Wasser und ein gutes Kilo Nudeln sp\u00e4ter verkrochen wir uns beim Einsetzen des Regens in unser Zelt. Tagesbilanz: 22 km und fast 900 H\u00f6henmeter.<\/p>\n<p>Dienstag, 26.6.2012 &#8211; Salkantay Trek Tag 3<br \/>\nIn der Nacht regnete es ein bisschen und auch am Morgen hingen die Wolken noch bis tief ins Tal herab. Ein paar Meter nach unserem Zeltplatz erreichten wir um 7 Uhr die neue Fahrstra\u00dfe, die scheinbar doch intakt ist, denn bald fuhren die ersten Lieferautos an uns vorbei. Transportmittel der ersten Wahl ist aber doch das Pferd, \u00fcber den ganzen Tag gerechnet begegneten oder \u00fcberholten uns bestimmt hundert schwer bepackte Vierbeiner. Gleich nach der kleinen Siedlung Collpapampa, in der wir uns noch mit Keksen und noch mehr Schokoriegeln eindeckten, verlie\u00dfen wir die Fahrstra\u00dfe und \u00fcberquerten eine H\u00e4ngebr\u00fccke Richtung Salkantay Pass. Von nun an gewinnt man schnell H\u00f6henmeter, denn der schmale Pfad ist ziemlich steil. Mehrmals erkundigten sich Einheimische und Touristen, ob wir schon in die richtige Richtung marschieren, schlie\u00dflich liege Machu Picchu in der Gegenrichtung&#8230; Die Wolkendecke riss untertags nur selten auf und erlaubte nur kurze Blicke auf die beeindruckende Bergwelt. In einer Seeh\u00f6he von ca. 3900 m erreichten wir die Baumgrenze. Die folgenden Almwiesen samt K\u00fchen erinnern an unsere Almen &#8211; aber um ganze 1000 m h\u00f6her. Auf ungef\u00e4hr 4000 m liegt ein gro\u00dfer Lagerplatz, an dem die gef\u00fchrten Reisegruppen bekocht werden. Wir aber stiegen noch weiter auf, vorbei an Alpacas, bis in eine H\u00f6he von 4280 m, mit dementsprechend d\u00fcnner Luft. Hier fanden wir um 3 Uhr einen netten Zeltplatz, abseits der restlichen Salkantay-Treker. P\u00fcnktlich zu unserer ersten Kanne Kokatee riss auch die Wolkendecke auf und wir hatten freie Sicht auf den nun sehr nahen Salkantay. Beide Talseiten beeindrucken mit m\u00e4chtigen H\u00e4ngegletschern und den typischen Riffelw\u00e4nden aus senkrecht angepresstem Schnee. Noch bevor es ganz dunkel und somit auch gleich ziemlich kalt wurde zogen wir in unser Zelt ein. Sozusagen als Einschlaflied lauschen wir gespannt dem tiefen Grollen herabbrechender Eismassen. Tagesbilanz: 14 km und \u00fcber 1500 H\u00f6henmeter.<\/p>\n<p>Mittwoch 27.6.2012 &#8211; Salkantay Trek Tag 4<br \/>\nDa uns die h\u00f6henbedingten Kopfschmerzen ein bisschen Schlaf raubten lie\u00dfen wir den Wecker heute ein wenig sp\u00e4ter l\u00e4uten. Au\u00dferdem motiviert einen die K\u00e4lte (das Au\u00dfenzelt war vereist) auch nicht gerade f\u00fcr einen fr\u00fchen Aufbruch&#8230; Doch als wir uns dann doch \u00fcberwunden hatte den warmen Schlafsack zu verlassen um hei\u00dfen Kokatee zu kochen wurden wir mit einem fast wolkenlosem Bergpanorama belohnt! Heute vertrugen wir die H\u00f6he schon um vieles besser als gestern abend und so erreichten wir schon nach ca. Einer dreiviertel Stunde den 4620 m hohen Pass. Der Ausblick hin\u00fcber zu 2000 m hohen, furchteinfl\u00f6\u00dfenden S\u00fcdwand des Salkantays war einfach unbeschreiblich! Wir freuten uns \u00fcber das gro\u00dfe Gl\u00fcck des richtigen Timings, denn gestern d\u00fcrfte diese Bergkulisse wohl die meiste Zeit hinter den Wolken verborgen geblieben sein. Sobald die Sonne nur ein wenig \u00fcber dem Salkantay-Gipfel hervorkam wurde es schnell angenehm warm. So konnten wir hier oben den sprichw\u00f6rtlich, wie auch tats\u00e4chlichen H\u00f6hepunkt unseres Trekkings genie\u00dfen. Unterhalb der steilen S\u00fcdwand setzt ein riesiger Mor\u00e4nenwall an, den wir nat\u00fcrlich auch noch besteigen mussten. Hier und auf einer nahen Almwiese fanden wir dann mehrere exzellente Boulderbl\u00f6cke und wir verbrachten mindestens eine Stunde damit ein paar Probleme zu knacken. Unglaublich wie einem die d\u00fcnne Luft beim schweren Klettern zu schaffen macht! Das erste Mal in den vergangenen Tagen waren nun wir es, die bergab gingen, w\u00e4hrend sich die gef\u00fchrten Touristengruppen nach oben keuchten. Mittlerweile glauben wir, dass wir die ersten \u00fcberhaupt sind, die den Salkantay Trek in diese Richtung machen. Kurz vor Soraypampa g\u00f6nnten wir uns auf 4000 m und strahlendem Sonnenschein ein \u00e4u\u00dferst erfrischendes Bad in einem Bach. Von nun an folgt man einer nur sehr m\u00e4\u00dfig abfallenden Schotterstra\u00dfe hinaus nach Molepata. Nachdem wir uns noch ein Travellunch-Mittagessen zubereiteten waren wir sehr froh, als uns ein sogenannter &#8222;Colletivo&#8220; also ein Kleinbus \u00fcberholte. Als wir erfuhren, dass dieser direkt nach Cuzco f\u00e4hrt z\u00f6gerten wir nat\u00fcrlich nicht lange und ersparten uns so fast 18 km an eher eint\u00f6nigem Bergabgehen. Unsere Gelenke waren uns sicher dankbar! In der Dunkelheit kamen wir gegen 7 trotz haarstr\u00e4ubender Fahrweise sicher in der Inkahauptstadt an und waren froh im selben Hotel wie vor einer Woche ein Zimmer zu bekommen. Trotz der deutlich anstrengenderen Variante (fast 5000 H\u00f6henmeter auf ca. 80 km Wegstrecke, alles ohne Tr\u00e4ger) hatten wir den Salkantay Trek nun doch wie alle anderen auch in 4 Tagen geschafft. So bleibt uns ein Tag mehr in Cuzco zum W\u00e4sche waschen und f\u00fcr ein wenig sightseeing. Am 29. fliegen wir zur\u00fcck nach Lima, ehe wir am darauffolgenden Tag mit dem Bus nach Huaraz in Richtung n\u00e4chster Bergabenteuer aufbrechen werden.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonntag 24.6.2012 &#8211; Salkantay Trek Tag 1 Heute brachen wir um 6 Uhr bei leichtem Regen von Aguas Calientes Richtung Hidro Electrico auf. Unsere Rucks\u00e4cke wiegen gef\u00fchlte 100 Kilo, doch nach 2,5 Stunden hatten wir die 11 km entlang der Schienen geschafft. 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