{"id":500,"date":"2012-06-05T21:51:44","date_gmt":"2012-06-05T19:51:44","guid":{"rendered":"http:\/\/higher-ground.at\/forum\/?p=500"},"modified":"2012-06-05T23:35:56","modified_gmt":"2012-06-05T21:35:56","slug":"usa-2012-traumreise-ins-yosemite-valley-und-zu-den-red-rocks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/higher-ground.at\/?p=500","title":{"rendered":"USA 2012 &#8211; Traumreise ins Yosemite Valley und zu den Red Rocks"},"content":{"rendered":"<p>ngg_shortcode_0_placeholderWer mich kennt wei\u00df, wie viel mir die &#8222;Nose&#8220; Route am El Capitan bedeutet. Bereits zum f\u00fcnften Mal lockte mich dieser gigantische Granit Monolith ins sonnige Kalifornien, doch ein Durchstieg war mir noch nicht geg\u00f6nnt. Viel Pech, zu warmes Wetter, zu schlechtes Wetter, aber auch ungen\u00fcgende Vorbereitung machten mir bisher einen Strich durch die Rechnung. Dieses Mal sollte alles anders werden: Mit Thomas Rabl, einem Kollegen aus der Bergf\u00fchrer-Ausbildungszeit, starteten wir bereits 2 Tage nach unserer Ankunft in den USA in die Wand der W\u00e4nde. Und dieses Mal durfte ich nach 7 Jahren und 3,5 Klettertagen endlich den obersten Eintrag auf meiner alpinen ToDo-Liste abhaken!<\/p>\n<p>Tom und ich staunten nicht schlecht, als wir sahen, dass trotz bestem Wetter nur relativ wenige Kletterer im Camp4 anzutreffen waren. Auch am El Capitan konnten wir nur vereinzelt Big Waller durch unser Fernglas erkennen. Da selbst die Nose &#8211; ihres Zeichens wohl ber\u00fchmteste Kletterroute der Welt &#8211; nahezu vereinsamt war, kamen wir schnell zum Entschluss schon \u00fcbermorgen einzusteigen. Eines war uns von Anfang an klar: Viel freiklettern werden wir am El Capitan nicht k\u00f6nnen was zur Folge hat, dass man sich nur sehr langsam mittels technischer Kletterei fortbewegt. Das Problem mit dem &#8222;Langsam sein&#8220; ist, dass man dadurch auch mehr Verpflegung mitnehmen muss. Mehr Verpflegung bedeutet mehr Gewicht und somit noch langsamer werden&#8230; Diesen Teufelskreis kann man auch kurz mit dem Begriff &#8222;Haul Bag&#8220; (oft auch weniger liebevoll &#8222;Pig&#8220; oder &#8222;Tumor&#8220; genannt) beschreiben. In diesem Haul Bag zieht man all das die Wand hoch, was man eben glaubt mitbringen zu m\u00fcssen. In unserem Fall waren das im Wesentlichen 3 Liter Wasser pro Person pro Tag, etwas Trockennahrung, N\u00fcsse und Energieriegel f\u00fcr zwischendurch und eine kleine Biwakausr\u00fcstung.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_1_placeholderDie meisten Kletterer verbringen den ersten Tag damit den Haul Bag bis zur Sickle Ledge am Ende der vierten Seill\u00e4nge zu schaffen. Anschlie\u00dfend werden Fixseile zum Boden verlegt und erst nach einer oder mehreren N\u00e4chten im Tal wird dann an diesen Seilen aufgestiegen und die restliche Route in Angriff genommen. Diese Taktik verschafft einem einen Startvorsprung und erm\u00f6glicht es in nur 10 Seill\u00e4ngen bis zum El Cap Tower zu klettern. Tom und ich wollten diese Expeditionstaktik aber vermeiden und verzichteten auf den Startvorsprung. Die Nose ist in der unteren H\u00e4lfte der Route von Auf- bis Untergang voll in der Sonne, was uns bei Lufttemperaturen von etwa 30 Grad schnell zu schaffen machte. Zudem reflektiert der glatte Granit die Sonnenstrahlen und man f\u00fchlt sich, als klettert man an einem Brennspiegel. Bald wurde uns klar, dass 3 Liter Wasser pro Person hart an der unteren Grenze des vertretbaren sind. Als wir den Stoveleg Crack erreichten frischte der Wind etwas auf, was wir anfangs noch als angenehme Abk\u00fchlung empfanden. Schon kurze Zeit sp\u00e4ter wurde aus dem angenehmen L\u00fcftchen aber ein kleiner Sturm, der uns unsere Energie sprichw\u00f6rtlich fortzublasen schien. Dennoch erreichten wir bei Einsetzen der Dunkelheit einen perfekten Biwakplatz am Dolt Tower &#8211; wir hatten heute immerhin 11 Seill\u00e4ngen plus Vorbau geschafft.<\/p>\n<p>V\u00f6llig dehydriert war uns klar, dass wir morgen einen etwas gem\u00fctlicheren Tag machen m\u00fcssen. Als wir bereits nach den ersten beiden Seill\u00e4ngen des zweiten Tages gegen Kr\u00e4mpfe und am Gaumen klebende Zungen k\u00e4mpfen mussten beschlossen wir die Abk\u00fcrzung \u00fcber die Jardine Traverse zu nehmen. Damit spart man sich zwar nur wenige Klettermeter, aber den zeitintensiven King Swing. Wir waren froh, als wir am fr\u00fchen Abend das sogenannte &#8222;Camp 4&#8220; unterhalb des Great Roofs erreichten und noch gen\u00fcgend Tageslicht zum kochen und ein bisschen relaxen hatten. Froh waren wir auch \u00fcber die Idee leichte H\u00e4ngematten mitzunehmen, welche den ansonsten absch\u00fcssigen Felsvorsprung in eine (fast) angenehme Sache verwandelten.<\/p>\n<p>ngg_shortcode_2_placeholderBereits die zweite Seill\u00e4nge am dritten Tag f\u00fchrte uns unter eine der spektakul\u00e4rsten Stellen der ganzen Tour: das Great Roof. Mit unz\u00e4hligen kleinen Stoppern und Friend arbeitete sich Tom unter dem gewaltigen Dach entlang. Ab hier wird es deutlich steiler, was sich in erster Linie durch leichteres HaulBag ziehen positiv bemerkbar macht. Von nun an geht es Schlag auf Schlag was ber\u00fchmte Seill\u00e4ngen betrifft: Pancake Flake, Camp V, Glowering Spot und Camp 6. Obwohl uns am Nachmittag nur noch 5 Seill\u00e4ngen vom Ausstieg trennten fassten Tom und ich den Entschluss eine dritte Nacht in der Wand zu verbringen da wir die letzten, wahnsinnig exponierten, Seill\u00e4ngen unbedingt bei gutem (Foto-)Licht genie\u00dfen wollten. Das Camp 6 ist auf den ersten Blick ein perfekter Biwakplatz, doch leider erschwert einem ein 20 cm breiter Spalt, der sich rund um den Felsvorsprung zieht das Leben. W\u00e4hrend wir es uns hier bequem zu machen versuchten \u00fcberholten uns zwei Mexikaner, welche eine NIAD Begehung anstrebten. NIAD steht f\u00fcr &#8222;Nose In A Day&#8220; und bedeutet, dass die ganze Route eben an einem Tag geklettert wird. Das Angebot uns ebenfalls mit ihrem reichlich vorhandenen Marihuana zu &#8222;dopen&#8220; lehnten wir dankend ab und bewunderten ihre gef\u00e4hrliche Taktik des &#8222;short fixings&#8220;. Als das seltsame Treiben vor\u00fcber war startete ich ebenfalls in die L\u00e4nge oberhalb des Camp 6 um diese L\u00e4nge f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag vorzubereiten. Es handelt sich dabei um die sogenannte &#8222;Changing Corners&#8220; L\u00e4nge und ist laut Lynn Hill die Schl\u00fcssell\u00e4nge zum Freiklettern. Da ich weder den von ihr an dieser Stelle kreierten Kletterzug &#8222;Houdini&#8220;, noch Risskletterei im oberen 10 Schwierigkeitsgrad beherrsche, folgte f\u00fcr mich eine weitere technische L\u00e4nge. Im oberen Drittel wechselt man, wie der Name verr\u00e4t, von einer Verschneidung in die n\u00e4chste und pl\u00f6tzlich erblickt man mit Schaudern den eigenen Seilverlauf: direkt \u00fcber eine messerscharfe Kante! Zufrieden machte ich am Standplatz Feierabend und seilte mich \u00fcber das \u00fcberh\u00e4ngende Terrain zur\u00fcck zu Tom auf unserer Ledge.<\/p>\n<p>Den vierten Tag konnten wir dann so richtig genie\u00dfen: Man wei\u00df, dass man es fast geschafft hat und der Ausblick &#8211; oder besser gesagt der Tiefblick &#8211; ist einfach unbeschreiblich! Die Letzte Seill\u00e4nge ist zwar &#8222;nur&#8220; noch eine Bohrhakenleiter, aber daf\u00fcr h\u00e4ngt diese ordentlich \u00fcber. Gegen Mittag ert\u00f6nten schlie\u00dflich laute Freudenschreie vom Ausstieg der Nose, welche bestimmt bis hinunter in die 1000 m tiefer liegenden El Cap Meadows zu h\u00f6ren waren. Wir hatten es geschafft!<\/p>\n<p>Nach einem anstrengenden Abstieg, einer riesigen Pizza am Abend und gesch\u00e4tzten 50 Liter Getr\u00e4nke fanden wir uns an einem der n\u00e4chsten Tage wieder in den El Cap Meadows wieder um die obligatorischen &#8222;Poser-Fotos&#8220; vor unserem Captain zu machen.<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Projekt des Urlaubs schon in den ersten Tagen abhaken zu k\u00f6nnen stellte uns anschlie\u00dfend fast vor ein Problem: Was nun? Zu einer weiteren Big Wall konnten wir uns nicht aufraffen, was folgte waren klassische mehrseill\u00e4ngen Routen zum Freiklettern. Die letzte Woche verbrachten wir in den Red Rocks bei Las Vegas. Die gewaltigen Sandsteinw\u00e4nde nahe &#8222;Sin City&#8220; sind einfach zum klettern gemacht und bieten die sch\u00f6nsten Freikletterrouten die ich kenne. Nach 3 Wochen und laut Topo 142 gekletterten Seill\u00e4ngen hatten wir uns am letzten Abend feiern in Vegas verdient. Und das haben wir&#8230; richtig&#8230;<\/p>\n<p>Hier unsere Ausbeute:<\/p>\n<p><strong>YOSEMITE<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>El Capitan &#8211; The Nose (VI Big Wall, 5.9 C1) &#8211; <a title=\"Info \u00fcber die Top 50s\" href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Fifty_Classic_Climbs_of_North_America\" target=\"_blank\">Top 50 Climb in the USA<\/a><\/li>\n<li>Middle Cathedral &#8211; East Buttress (5.10 c) &#8211; Top 50 Climb of the USA<\/li>\n<li>Half Dome &#8211; Snake Dike (5.7 R)<\/li>\n<li>Royal Arches und Crest Jewel am Noth Dome &#8211; linkup (5.8 und 5.10 a) &#8211; 26 Seill\u00e4ngen &#8211; Top 50 Climb of the USA<\/li>\n<li>Fairview Dome &#8211; Regular Route (5.9) &#8211; Top 50 Climb of the USA<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>RED ROCKS<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Crimson Chrysalis (5.8)<\/li>\n<li>Frogland Buttress (5.8)<\/li>\n<li>Levitation 29 (5.11 c)<\/li>\n<li>Epinephrine (5.9)<\/li>\n<li>Sportklettern Calico Basin<\/li>\n<\/ul>\n<p>Tom f\u00fchrte auf seiner Website einen kleinen Reiseblog, der ein paar nette Eintr\u00e4ge enth\u00e4lt:<\/p>\n<p><a title=\"Toms Reiseblog\" href=\"http:\/\/www.pure-mountain.at\/pages\/detailseiten\/yosemite-2012\/yosemite-2012-reiseblog.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.pure-mountain.at<\/a><\/p>\nngg_shortcode_3_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer mich kennt wei\u00df, wie viel mir die &#8222;Nose&#8220; Route am El Capitan bedeutet. 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