Letzte Woche scheiterte mein Plan die Rinne in Gipfelfalllinie der Hochtennspitze zu befahren am fehlenden Seil. Nachdem ich heute Früh überrascht feststellte dass die Sonne scheint brach ich auf um die Sache mit der Richtigen Ausrüstung anzugehen.

Als ich am Hoadl, bewaffnet mit 60 m Seil, Hammer, Haken und dem restlichen Zubehör von der Standseilbahn ausstieg, erlebte ich die zweite, noch viel größere Überraschung des heutigen Tages: Gestern wurde „meine“ Rinne schon von 2 Leuten befahren! Telefonisch wollte ich mich bei den üblichen Verdächtigen (Flo und Andi) über ihr Zuvorkommen beschweren, aber sie versicherten mir ihre Unschuld. Würde mich sehr interessieren wer mir diese Rinne wegschnappte!

Ich stieg natürlich trotzdem auf und fand auch bald einen Abseilstand, ca 30 m östlich des Gipfels, ein paar Meter nördlich des Grates in einer schmalen Rinne (siehe Foto). Sonderbarerweise stammte dieser Stand nicht von den zwei gestrigen Skifahrern – offensichtlich wurde diese Rinne also schon öfters befahren. Nach ca 25 m Abseilen durch eine enge Rinne bzw. Verschneidung gelangte ich auf einen kleinen Sattel. Würde man hier Richtung  Osten abfahren gelangt man in die Rinne von letzter Woche (siehe Bericht zur „3-Rinnen-Runde“). Ich fuhr Richtung NW.

Die Rinne stellte sich dann als deutlich besser heraus als erwartet: Guter und viel Schnee, angenehme Neigung, immer breit genug zum Skifahren!

Zufrieden, das Projekt (wenn auch nicht als Erster) noch in diesem Winter abgehakt zu haben, fuhr ich Heim. Die dritte Überraschung des Tages war, dass ich schon eine Stunde später wieder mittels Hubschrauber in der Lizum war – dieses Mal wegen einem Lawineneinsatz am Pleisen, bei dem zum Glück nichts passiert ist.

1 Kommentar zu „Hochtennspitze Nordrinne – Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“

  • […] an begann die Stapferei zum Hochtennboden und dann hinab zum Auslauf der Hochtennspitze NW-Rinne. Selbige Rinne kann in guten Wintern eine tolle Skiabfahrt sein, derzeit wäre aber mehr Fels- als Schneekontakt für die Ski zu […]

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