Thomas Rabl, mein Partner für die nahende Yosemite Reise, erzählte mir vor einiger Zeit von seiner Vorbereitungstour für einen Anden-6000er: der Hauserrinne in den Loferer Steinbergen. Da Claudia und ich ebenfalls unsere Spuren im peruanischen Schnee hinterlassen wollen ist es für uns nun auch an der Zeit die Wadl zu trainieren. Da es sich zeitlich ausging begleiteten uns Tom mit seiner Frau Dani, sowie sein Freund Peter.

Zustieg zur Jagdhuette Claudia und ich starteten um 6:00 in Salzburg und trafen uns mit den anderen um 7:00 in Waidring. Zwanzig Minuten später hatten wir unsere Ski auf den Rucksack montiert und marschierten in das Lastal. Auf der orografisch linken Talseite folgt man dem Sommerweg, welcher sich auf einem zeitweise scharfen Moränengrat in der Talmitte fortsetzt. Nach etwa 1,5 Stunden erreicht man eine kleine Jagdhütte bzw. einen Hochstand an der Waldgrenze. Ab hier gab es genug Schnee um mit den Tourenski weiterzugehen.

Der Einstieg in die Rinne ist gleich eine der steilsten Passagen und hatte gerade noch genug Schnee um mit den Steigeisen d’rüberzustapf’n. Danach geht es meistens im 45 Grad steilen Gelände weiter, wobei wir manchmal ganz nett tief zu wühlen hatten. Am Ende des unteren Drittels gelangt man an eine zweite Steilstufe, welche für ca. 10m eine Mischung aus Eis, Schnee und Fels bietet. Am Ende der Langen Rinne wartet dann abermals eine kurze kombinierte Passage um schließlich auf das Geiselhorn zu gelangen. Zur Abwechslung mal im Zickzack

Der Höhepunkt der Tour war natürlich die Abfahrt durch die Rinne, welche aber wirklich nur bei sicheren Schneeverhältnissen zu empfehlen ist! An der Steilstufe bauten Tom und ich an einem “toten Mann” und 2 Steckski einen Standplatz und seilten unsere Begleiter rückwärtsfahrend ab. Endlich erkannten wir den Sinn von TwinTip-Tourenski… Bei meinem Abstieg über diese Passage erlebte ich noch ein paar aufregende Minuten, als ich mittendrin beide Steigeisen verlor, aber letztlich ging dann doch alles gut.

In Summe waren wir ca 8 Stunden am Weg, was die Tour definitiv zu einem ernsten und sehr lohnenden Unterfangen macht.

Tipps für Wiederholer:

  • Unbedingt Steigeisen
  • Je nach Eiskletterkönnen: 1 Führerpickel, besser aber 2 Steileisgeräte
  • Keine Eisschrauben oder andere mobilen Sicherungsmittel
  • Vor allem für den Abstieg ist ein max. 30m langes (Halb)Seil praktisch/erforderlich
  • Weitere Infos auf Bergsteigen.at

Dani, Claudia, Tom und ich nutzten drei wunderschöne Tage in Arco um uns die Finger wund zu klettern. Am ersten Tag gingen wir alle zusammen die “Via Einstein” am Monte Cassale (VI+, R3), welche mir dieses Mal noch weniger gefiel als bei meiner ersten Begehung vor ein paar Jahren… Vereinzelte schöne Kletterstellen werden leider zu häufig durch viel Vegetation und brüchigen Passagen unterbrochen.

Tom startet in die zweite SL

Am zweiten Tag veränderten wir die Aufteilung der Seilschaften: Während unsere Mädels durch die 8 Seillängen der “Strane voglie di Amelie” (5c) kletterten, frönten Tom und ich dem Genuss der leitertechnischen Fortbewegung in der “Bortolo Fontana” (VI, A2, R3). Der ursprüngliche Plan, dass beide Seilschaften eventuell gleichzeitig am Gipfel des Piccolo Dain ankommen würden stellte sich bereits in unserer ersten Seillänge als verwegen heraus. Die technische Kletterei in der Fontana folgt einem feinen Riss, und erfordert neben einigen Freikletterpassagen auch einiges an Geschick im Umgang mit mobilen Sicherungsmittel. Das Trittleitern-Entwirren und Pseudo-HaulBag-Ziehen dauerte dann letztlich doch bis in den späten Nachmittag – der Trainingseffekt für unsere Yosemite Reise war aber sehr gut.

Am Montag gingen Claudia und ich noch die “Tredicesima Luna” (6b) am Monte Colt – eine wunderschöne Route, welche der nahegelegenen Nemesi um nicht viel nachsteht.

Tipps für (technisch kletternde) Wiederholer der “Bortolo Fontana”:

  • Camalot C4 0,4 (grau) ist gerade in der ersten Seillänge oft sehr hilfreich.
  • Die Standplätze haben alle mindestens einen Bohrhaken
  • In allen Seillängen sind ein paar zwingende Freikkletterpassagen (Schuhe!)
  • In der vierten Seillänge gibt es eine moralisch anspruchsvolle Freikletterquerung nach rechts ohne Absicherung für ca 10 Meter. Alternativ kann man aber auch die 4. SL der “Dudaev” klettern.
  • Die 4. und 5. SL lassen sich zusammenhängen.
  • 25 Expressschlingen sind gerade richtig!

Nachdem ich vor ein paar Wochen mit Claudia in der schmalen Rinne am Amperstein wegen einer Felsstufe umdrehen musste, folgte heute der zweite Versuch. Diesmal stiegen mein Dad und ich ganz normal auf den Gipfel des Ampfersteins und querten anschließend auf der Schlicker Seite zur Einfahrt in die Rinne. In der Rinne selbst erwartete uns großteils super Neuschnee, nur der unterste Teil war dann wegen kleiner Rutscher etwas härter. Die Felsstufe, welche uns damals den Aufstieg verhinderte ist jetzt komplett unter dem Schnee begraben.

Da ich mir Anfang Jänner in der Kletterhalle ein Ringband gerissen hatte fiel die Heurige Eisklettersaison für mich völlig aus. Da sich mein Finger jetzt aber recht gut erholt hat wollte ich wenigstens einmal richtig eisklettern gehen. Wegen der aktuellen Frühlings- bis frühsommerlichen Temperaturen war mir klar: jetzt oder nie! Und wenn es irgendwo noch gutes Eis gibt, dann im Gefrierschrank Tirols – bei den Renkfällen. Zum Glück konnte ich meinen Vater kurzfristig für diese Unternehmung motivieren und heute in der Früh befanden wir uns schon um halb 7 auf dem langen Anmarsch zu den imposanten Eisfällen.

Verhältnisse am 16. März 2012:
Der Forstweg ist bis zum Schranken vor der Wildtierfütterung bestens geräumt, ein paar kurze eisige Passagen gibt’s aber doch noch. Bis zur Wildtierfütterung heißt es Ski tragen und auch danach kommt die eine oder andere schneefreie Passage.
Generell gibt es heuer weniger Eis als die letzten beiden Jahre – vor allem in der linken Wandhälfte gibt’s nicht viel. Mir kam die leichteste Linie durch die Wand heuer etwas steiler vor – das kann aber natürlich auch an meiner miserablen Kondition und Psyche liegen…
Im Mittelteil erfreute uns Soft-Ice vom Feinsten, der Rest ist komplett trocken und perfekt zu klettern. Vom Bohrhaken am Ausstieg gelangt man mit drei Abseiler zum Boden – die Eissanduhren waren alle vorhanden. Die schwereren Linien, wie z.B. Teufelskralle sehen nicht mehr allzu vertrauenserweckend aus.

60 bis 70 Grad steiler Schnee

Um unsere Wadl auf die geplante Peru Reise vorzubereiten, bzw. um Claudias Schuhwerk zu testen, versuchten wir den Ampferstein über die teilweise extrem schmale, nordseitige Rinne zu “erstapfen”. Obwohl der heurige Winter schneemäßig eine Sensation ist fand unsere Unternehmung an einer normalerweise schneebedeckten Felsstufe auf halber Strecke ihr Ende. Der Versuch diese Steilstufe in einer anderen Rinne links zu umgehen scheiterte leider auch, weshalb wir schließlich doch umkehrten. Die Abfahrt durch die 40 bis 50 Grad steile Rinne und der anschließend unverspurten Machreisenrinne war genial und ließ uns die arktischen Temperaturen um -20°C vergessen.