Irgendwie ist die Risskletterei in den Alpen (so gut wie) nie mit der in den amerikanischen Top-Spots vergleichbar. Meist kann sich der routinierte Kalk-Kletterer doch an kleinen Leisten neben dem perfekten Handriss höher kämpfen und entflieht so jeglicher Chance richtiges Jamming zu lernen.

Dann aber fuhren wir nach Cadarese… und dort gibt es tatsächlich Routen die sich nicht vor einem Vergleich mit so mancher Yosemite-Linie schämen zu brauchen. „Alles clean“ ist die Devise und deshalb braucht es auch eine ordentliche Auswahl an Friends.

Fazit: ein echtes Muss für jeden Yosemite-Aspiranten!

Tipps:

  • 3 bis 5 komplette Sets Cams sind empfehlenswert!
  • Gute Tape-Handschuhe basteln.
  • Alles weitere auf: http://www.klettern.de/

Schon damals, als Lucky und ich uns durch die Latschen unseres „integralen Acherkogel W-Grates“ kämpften, hatten wir den Grat zwischen Acherkogel und Wechnerkogel im Auge. Heute wollten wir uns die Sache aus der Nähe ansehen und sind recht früh vom unteren Speichersee in Kühtai Richtung Mittertal aufgebrochen. In 3 seeehr langen Seillängen (alles am „laufenden seil“ geklettert) errechten wir über den beliebten NO-Grat zügig den Gipfel vom 3.007 m hohen Acherkogel.

Der weitere Weg wird im Führer von Klier mit wenigen Sätzen beschrieben – viele Begehungen dürfte diese lohnende Vebindung hinüber zum Wechnerkogel allerdings nicht sehen. Schlüsselstelle ist eine steile Seillänge in einer markanten kaminartigen Verschneidung auf der NW-Seite des Wechnerkogels. Hier stecken nur ein oder zwei alte Haken, ein paar Friends sollten deshalb mitgenommen werden. Luftig geht es dann zwischen den Spitzen des Wechnerkogels dahin, ehe man über den wirklich schönen O-Grat zur Wechnerscharte absteigt.

Tipps für Wiederholer:

  • „Schnell und leicht“ ist wiedermal die Devise. Einfachseil und ein kleines Sortiment Friends, sowie mehrere Schlingen sind ausreichend. Von der Wechnerscharte kommt man dank Ausaperung ohne Steigeisen hinunter ins Mittertal. Früer im Jahr könnten hier allerdings Leichtsteigeisen hilfreich sein.
  • Die Routenbeschreibung im Führer von Klier (#1147 im alten Führer und #1455 im neuen) lesen.

Während die Nordkante auf den Fußstein bei schönem Wetter zu den überfülltesten Routen der Region zählen dürfte kann man bei der langen Fortsetzung hinüber zum Olperer die Einsamkeit genießen.

Claudia und ich gingen dieses Projekt in unserer Lieblingstaktik „Auto-Auto“ an… Start im Dunklen um 5 Uhr bei der Touristenrast in Vals. Der massive Stau in der Nordkante kostete uns bestimmt knappe 2 Stunden und wir begannen zu zweifeln ob uns genügend Zeit für den Verbindungsgrat bleibt. Eine große Überholaktion am „laufenden Seil“ rettete uns dann aber doch noch den Tag und während die anderen Kletterer mit dem Abstieg vom Fußstein beschäftigt waren brachen wir vom Gipfel in die andere Richtung auf.

Der Grat ist gerade am Beginn sehr ausgesetzt und bei den zahlreichen lockeren Blöcken ist Vorsicht geboten. Mehrmals gilt es bei Gendarmen den richtigen Weg zu finden, einmal mussten wir von so einem Gratturm abseilen. Vermutlich hätte man aber auch diesen Turm umgehen können.

Klettertechnische Schlüsselstelle ist der markante frische Ausbruch am Beginn des letzten Drittels. Dort stecken aber mehrere solide Normalhaken was die Sache entschärft.

Der Abstieg vom Olperer zieht sich dann natürlich ziemlich und so kamen wir nach Einbruch der Dunkelheit zu unserem Auto zurück.

Tipps für Wiederholer:

  • Früher Aufbruch. Gegen die Seilschaften welche von der Geraer Hütte aus starten hat man aber bei dem langen Zustieg dennoch keine Chance. Stau vorprogrammiert!
  • Überall sehr vorsichtig klettern und Friends nicht hinter lose Granitschuppen stecken! Die zahlreichen Kletterer in Kombination mit messerscharfen Granitschuppen ergeben allzu oft extrem gefährlichen Steinschlag…
  • Lange Reepschnürstücke für Abseilaktionen am Verbindungsgrat mitnehmen.

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