3-Rinnen-Runde

3-Rinnen-Runde

Die geringe Lawinengefahr, gepaart mit wolkenlosem Wetter und einer Portion Entdeckergeist trieben mich am Freitag in die heimische Bergwelt. Die Kalkkögel entwickelten sich in letzter Zeit immer mehr zu einem kleinen Freeride-Mekka – das beweisen die unzähligen Abfahrtsspuren die aus fast jeder Rinne der bizarren Felslandschaft herauskommen. Motiviert durch das tolle Skierlebnis im Karwendel letztes Wochenende wollte ich eine ähnliche Tour in der Lizum versuchen.

Aufstieg 1: Hoadlsattel – Hochtennspitze

Die Tour startet gemütlich mit der Standseilbahn und der kurzen Abfahrt in den Hoadlsattel. Danach geht’s mit den Ski am Rücken via Hochtennboden auf die Hochtennspitze. Der Plan eine extrem steile nordseitige Rinne direkt unter dem Gipfel zu befahren scheiterte leider am felsdursetzten Einstieg. Hier müsste man sich etwa 20 m weit abseilen.

Abfahrt 1: Hochtennspitze – Lizumer Grube

Etwa 100 m östlich vom Gipfel gibt es aber eine zweite, mindestens gleich lohnende Rinne, welche Richtung Lizumer Grube leitet. Ich war erstaunt und noch mehr erfreut, dass hier noch keine Skispuren zu sehen waren.

Aufstieg 2: Lizumer Grube –  Malgrubenspitze (Vorgipfel)

46 (!) Spitzkehren leiten einen über eine relativ breite Rinne hinauf auf eine Schulter.

Abfahrt 2: Vorgipfel Malgrubenspitze – Lizumer Kar

Auf der Schulter angekommen ergeben sich (wenn man sich auf den kleinen Felsturm stellt) 4 Abfahrtsmöglichkeiten. Ganz links, Richtung eines markanten, freistehenden Turms befindet sich die etwas versteckte Einfahrt in die richtige Rinne ins Lizumer Kar. Ganz rechts würde auch funktionieren, die Exposition Richtung SO verhieß aber nicht unbedingt beste Schneeverhältnisse. Die zweite Rinne von links sieht einladend aus und hier gab es bereits 2 oder 3 Spuren. Ich entschied mich für die dritte Rinne von links, obwohl bereits die Einfahrt nicht gerade einladend aussah. Nach 20 m teilte sich diese Rinne: rechts eine senkrechte Felsverschneidung, links ging es unter einer Wechte in die bereits verspurte Rinne. Leider stellte sich auch diese vermeintlich gute Abfahrtsmöglichkeit über einer Felswand als Sackgasse heraus. Ski abschnallen – wieder hinaufstapfen!

Wieder war ich positiv überrascht, dass die linkste Rinne ebenfalls unverspurt war. Es folgte eine herrliche Abfahrt, wobei die Rinne immer weiter und besser zu fahren wird. Zum Schluss geht’s dann noch etliche Höhenmeter über den Schuttkegel hinunter bis zum tiefsten Punkt des Lizumer Kars.

Aufstieg 3: Widdersberg

Unschwierig geht es über den viel begangenen Südhang hinauf auf den Widdersberg.

Abfahrt 3: Widdersberg – Axamer Lizum

Direkt vom Gipfel gelangt man in NO Richtung auf die große Rampe oberhalb der Hörzingwand. Hier darf man sich nur nicht verleiten lassen in eine der links abzweigenden Rinnen zu fahren – immer zentral und am Ende rechts halten.

Tipps für Wiederholer:

  • Nur bei absolut sicheren Verhältnissen!
  • Nur lohnend bei (sehr) wenigen Spuren – die Rinnen sind eng und steil – da bleibt nicht viel Schnee übrig!
  • Skitechnisch äußerst anspruchsvoll in Auf- und Abstieg!
  • Orientierungshilfen: Siehe Google Earth KML File (Rechtsklick – Ziel speichern unter), Track am 1.3.2013 aufgezeichnet, Video ansehen!

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