Archiv für die Kategorie „Reisen“

Da es uns in Südfrankreich endgültig zu heiß wurde und die ohnehin abgespeckten Griffe in den Klettergärten im Gebiet der Ardèche schlichtweg nicht mehr zu halten waren, beschlossen wir nach Chamonix zu flüchten. Am Fuß der höchsten Berge Mitteleuropas muss es doch angenehm kühl sein! Irrtum – die Hitzewelle hatte auch die Hochburg des Alpinismus mit 35 Grad im Schatten erreicht. An Couloirs oder kombinierte Wandklettereien war aufgrund der prekären Stein- und Eisschlaggefahr daher nicht zu denken – da bietet sich doch ein objektiv sicherer Grat an.

Claudia und ich staunten nicht schlecht, als bereits am frühen Morgen in der Bergstation der Aiguille du Midi aus jeder Kluft Wasser tropfte und das Thermometer bereits über 10 Grad anzeigte… auf über 3.800m (!). Harter Schnee? Fehlanzeige! Von Beginn an hieß es im „Sumpf“ zu stapfen, die Jacke hatten wir schon längst ausgezogen und wir gingen auch in den schattigen Abschnitten kurzärmlig weiter. Die anspruchsvollsten Passagen sind die schattseitigen Querungen, welche unangenehm ausgeapert sind. Am Rognon du Plan wurde es uns dann (schon wieder) endgültig zu heiß und wir traten den Rückweg an.

Tipps und Tricks

Hochsommer ist bestimmt nicht die beste Jahreszeit für die Verdonschlucht, sehr viele der Kletterrouten befinden sich nämlich an den Südwänden. Im sehr guten Kletterführer „Verdon – 50 ans & 500 voies d’escalade au Verdon“ fanden wir aber dann doch eine Route die zumindest den Großteil des Tages im Schatten liegt: die Tandem pour une Evidence. Mit 6c+ ist die Route zwar als „Aufwärmtour“ vielleicht nicht die beste Wahl, dafür muss man sich aber nicht zum Einstieg abseilen sondern kann bequem über einen guten Steig hinuntergehen. Sollte man abblitzen gibt es somit auch keine allzu großen Probleme.

„Tandem“ startet gleich mit einer knackigen Quergangslänge, welche sich aber dank guter Tritte recht gut auflöst. Vom besten Standplatz aller Zeiten, einem bequemen Baum am Ende der zweiten Seillänge startet man in den luftigen und technisch anspruchsvollen Quergang nach rechts (6c+). Spätestens ab hier wussten wir, dass wir uns heute ein echtes Juwel unter den Kletterrouten ausgesucht hatten! Nach dem Quergang folgt eine unbeschreiblich schöne, extrem kräfteraubende (weil leicht überhängende) Schuppe, ehe man sich für zwei nicht weniger anstrengende Seillängen in einer riesigen Verschneidung wiederfindet. Die siebte Seillänge startet dann mit einer sehr schwierigen Einzelstelle (6c) welche aber auch A0 geklettert werden kann. Den Rest der Route kann man dann als wahre Genusskletterei bezeichnen, direkt an der exponierten Kante mit dem Verdon 200m tiefer.

Am nächsten Tag entschieden wir uns für eine Route der Rémy’s: Télégrammes. Der Abstieg sieht am Topo gefährlicher aus als er dann tatsächlich ist, denn an den exponierten Stellen stecken ähnlich wie in einem Klettersteig solide Stahlstifte. Ganz unten muss man sich dann eher rechts halten um zur 15 m hohen Abseilstelle (Fixseil) zu gelangen. Die Route startet dann mit einem anstrengenden Einstiegsüberhang/Quergang. Der darauffolgende Stand in einer Art Höhle bietet gottseidank genug Schatten um sich wieder ein bisschen abzukühlen. Die restliche Route folgt zwar einer logischen Linie, aber irgendwie kam bei uns keine echte Freude auf. Zu oft muss man sich in Offwidths und Kaminen höher schrubben. Unbefriedigender Abschluss der Route ist dann ein richtig ungustiöser Kamin in der siebten Seillänge (6a). Von uns gibt es für diese Route also leider keine Empfehlung.

Tipps und Tricks:

Tandem

  • Zustieg: Beim l’Auberge des Cavaliers parken, der Straße für ca. 150m Richtung Westen folgen bis zum deutlich markierten Beginn des Steiges „passerelle de l’Estellié“ – Download KML. Am orografisch linken Ufer des Verdon entlang bis zum unscheinbaren Einstieg der Route an einer grauen Felswand.
  • Absicherung: Wir hatten nur Expressschlingen (16 Stk.) dabei, ein paar Friends würden sich in der Verschneidung aber ganz gut machen…
  • Der erste Standplatz liegt genau oberhalb der Mitte des Quergangs. Hier kann man den Nachsteiger mit einer zusätzlichen Seilsicherung von oben verwöhnen.
  • SL 3: Der Quergang ist mit 6c+ bewertet, fühlte sich aber leichter an.
  • SL 7: Die ersten 5 Meter sind sehr schwierige, kleingriffige Plattenkletterei, die sich aber auch A0 bewerkstelligen lässt.
  • Rückweg: Vom Ausstieg undeutlichen Pfadspuren folgend Richtung Straße durchschlagen.

Rhyolith? Quarzporphyr? Egal – hauptsache super Fels der wie zum Klettern geschaffen ist.

Die Gorges du Blavet ist eine kleine Schlucht 30 km westlich von Cannes und 10 km nördlich von Frèjus: Download KML.

Der rote, grobkörnige Fels ähnelt in seinen Klettereigenschaften am ehesten dem Sandstein der Red Rocks bei Las Vegas. Dank der Exposition des Hauptsektors lässt es sich am Nachmittag auch im Hochsommer einigermaßen aushalten, ein paar richtig schwierige Linien befinden sich zudem in einer großen Halbhöhle die von den brennenden Sonnenstrahlen verschont bleibt. Ab und zu sorgen Übungen des nahegelegenen Militärstützpunktes für unerwartete Abwechslung, zum Beispiel wenn ein Kampfhubschrauber im Tiefflug durch die Schlucht rauscht oder sich schwer bewaffnete Soldaten über einen Überhang abseilen…

Unsere klettertechnischen Highlights in der Schlucht waren eine cooler Riss am großen Bergsturzblock vor der Hauptwand und die Route „Pètomania“ an eben dieser. Pètomania gehört zum Besten das ich je geklettert bin: in 4 Seillängen folgt man einer absolut logischen Linie, wobei vor allem die überhängende und sehr exponierte dritte Seillänge (6c) einfach unglaublich schön ist. Das viele Hand- und Fistjam-Training im Keller hat sich endlich bezahlt gemacht!

Tipps und Tricks:

  • Ein paar Topos finden sich im Führer „Mistral 2 – südfrankreich ost“ Seite 243.
  • Nahe der Kehre der Straße D47 gibt es zwei Parkplätze – es finden sich auch keine Spuren von geknackten Autos.
  • Direkt bei der Kehre zieht ein grober Schotterweg zu einem alten kleinen Steinbruch hinein. Von dort über Steigspuren und dann über Eisenklammern hinunter in die Schlucht.
  • Absicherung: Die allermeisten Routen sind super eingebohrt, in der Pètomania stecken zusätzlich Normalhaken und man könnte auch noch Friends unterbringen.
  • Felsqualität: Meistens sehr gut, ab und zu heißt es aber aufpassen.

Auch heuer verbrachten wir 4 traumhafte Tage im mediterranen Kletter-Eldorado Finale Ligure.

Mehr Info’s und Bilder gibt’s auf der Website der Bergrettung Axams.

Eckdaten:
Anreise: Mittwoch Abend 13.05.2015 (Abfahrt 17:00 Uhr Innsbruck – Ankunft: 22:30 Uhr Finale)
Abreise: Sonntag Nachmittag 17.05.2015 (Abfahrt ca. 16:00 Uhr Finale, etwas Stau bei Genova und Peschiera)

Two years ago, while climbing the Nose on El Capitan, Tom and me decided to paddle down a remote river in Alaska or Canada someday. After some time of research a decision was made: We’ll go for the Hart River in Canada’s Yukon Territory. I paddled down the Yukon from Whitehorse to Dawson and the Beaver Creek north of Fairbanks Alaska a long time ago with my parents – but nothing could prepare me for the experience at the Hart River.

Together with our „better halfs“ Claudia and Daniela we took a direct flight from Frankfurt to Whitehorse. Unfortunately there’s no real alternative to renting a car in Whitehorse and then driving to the small city of Mayo (after you bought everything you need in Whitehorse of course). You’ll park your rental car for the next 2 weeks or so in Mayo. In Mayo you get on a Float Plane, operated by Blacksheep Aviation. Since we had two inflatable boats we managed to get everything into a Beaver.

After a little bit more than half an hour you land at the northern end of Elliot Lake. We stayed there for the first night – there are some small but nice ledges on a small hill where you can place your tents.

The next day I was glad to have precise maps and a GPS receiver for the first time, because the start of Elliot Creek is really narrow. The next 2 days we spent lining, hauling and carrying our boat down to the confluence with the Hart River at KM 25. We were glad that most of the trees hanging into the water had already been cut by somebody else, but don’t take that for granted and bring a good saw!

On the second day of our journey it began to rain… and except for some breaks it was raining for the next 2 weeks as well. The rain, cold northern winds and the demanding river made it a tough undertaking. Water levels started to rise and the Hart River flew with speeds up to 18 km/h. There are only few and short sections where you can relax and not take too much care for maneuvering.

We made two hikes – the first up to Netro Mountain. There is a really good campsite on river left at the mouth of a dry creek which leads you directly to Netro Mountain. The view from the summit is amazing because you can see the most spectacular part of the whole River. Be sure to spend some time between KM 130 and KM 160!

Although the land gets flat after KM 240 the river starts to show his teeth. There are several rapids, starting at KM 251. The next bigger rapids are at KM 167,5. I decided to line our boat, which is really easy on river left. Tom and Dani enjoyed the whitewater and so we got some awesome pictures of them in the middle of the big waves.

At KM 289 you reach the confluence with the Peel River. As soon as you get there cross the Peel and enjoy a perfect gavel bar campsite just a couple of meters upstream the Peel.

The next day will lead you through the most difficult part of the whole journey. Since the water level was high I don’t think that you could have paddled all the rapids with an open canoe. There are some really serious rapids at KM 296 and most of all at KM 301. We were able toline all of the rapids on the left side of the river but many people prefer to portage. Be sure to have your eyes open for the spectacular fossils at KM 302!

Since the gravel bar at the mouth of Canyon Creek is in really bad conditions (muddy), place your last camp at the huge gravel bar in the middle of the river at KM 307. As soon as you can hear your Float plane coming jump into your boat and cross the Peel to the Pick-Up at Canyon Creek.

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