Archiv für die Kategorie „Skitouren“

Gerhard [LINK] tobte sich in den vergangenen Tagen in den diversen südseitigen Rinnen der Schlick so richtig aus. Sein letzter Streich war die “Canale Dentro” [LINK], die vom Südfuß der Riepenwand bis in die Scharte zwischen Riepenwand und Großer Ochsenwand führt. Dort angelangt wechselt man auf die Nordseite und stapft dann eine weitere Rinne hinauf bis zum Gipfelgrat. Hier deponiert man seine Ski und erreicht dann den Gipfel der Gr. Ochsenwand unschwierig über den SW-Grat.

Claudia, Lucky und ich hielten uns anfangs noch alle Optionen offen (schließlich hat Gerhard eine ganze Rinnen-Trilogie publiziert), entschieden uns dann aber doch zu Gunsten der rechten Rinne – nicht zuletzt da noch keiner von uns im Winter auf dem dritthöchsten Gipfel der Kalkkögel stand.

Unsere Freizeittickets brachten uns zügig hoch bis zur Bergstation der Zirmachbahn. Von hier querten wir bis zum “Einstieg” in die Rinne. Links hinauf zieht ein mindestens gleich beeindruckendes Couloir bis in die Scharte zwischen Schlicker Seespitze und Riepenwand – wir spurten uns aber wie gesagt die rechte Rinne hoch.

Besonders beeindruckend sind die vielen Eislinien, welche sich beidseitig an den steilen Felswänden gebildet hatten. Derzeit sind die Temperaturen zwar für die meist dünnen Eisauflagen zu hoch, aber einige der Mixed-Möglichkeiten sollte man für kältere Tage im Hinterkopf behalten…

Nach ziemlich genau 100 (!) Spitzkehren und zwei unguten Stapf-Passagen erreichten wir die Scharte. Von hier quert man nordseitig unschwierig nach rechts (NO). Eine weitere Schneerinne führt einen direkt bis zum Gipfelgrat. Von der Scharte bis zum Gipfel haben wir ca. 40 Minuten gebraucht (anstrengendes Stapfen).

Der Schnee war föhnbedingt natürlich nicht der allerbeste, aber so schlecht dann auch wieder nicht. Mit ungefähr gleich vielen Schwüngen wie Spitzkehren gelangten wir zügig retour zur Piste in der Schlick.

Vom 6. bis zum 13. April 2013 durfte ich wieder eine Gruppe junger Bergrettungsanwärter auf ihrem ersten Ausbildungskurs begleiten. Am Programm standen unter anderem Spaltenbergung, Schnee- und Lawinenkunde, sowie Orientierung mit Karte und Bussole.

Trotz des äußerst wechselhaften Wetters war meine Gruppe stets top motiviert und so standen wir an den beiden Tourentagen  auf den Gipfeln der Gemsspitze (3114 m) und des Ochsenkopfs (3057 m). Außerdem statteten wir der Wiesbadener Hütte einen Besuch ab, was dank der beiden Kellnerinnen ein besonderes Vergnügen war.

Ich bedanke mich bei Patrick, Philipp, Florian, Sebastian und Werner für die tolle Woche und wünsche euch für euren weiteren Werdegang zum Bergretter alles Gute!

Für die Mitglieder meiner Gruppe habe ich hier für eine kurze Zeit die besten Bilder als ZIP-Ordner zum downloaden bereitgestellt: DOWNLOAD ORIGINALBILDER

Nach einem miesen Start gab es heute doch noch ein versöhnliches Ende der Osterfeiertage: Wolkenloses Prachtwetter und ca. 30 cm feinster Powder in den heimischen Bergen! Was für ein Glück dass mich Lucky doch nochmal überreden konnte die Tourenski aus dem Keller zu holen – bin ich doch in Gedanken schon im sonnigen Kalifornien (in 3 Wochen ist es wieder so weit…).

Bereits bei der obligatorischen Abfahrt vom Hoadl hinunter zur Kemater Alm wurden wir mit besten Verhältnissen fürs Erwischen der ersten Bahn  belohnt: Als erste zogen wir unsere Lines durch den Tiefschnee.

Erste waren wir dann natürlich auch beim Aufstieg Richtung Schlicker Seespitze – selber Spuren war angesagt! Leider stellte sich bald heraus, dass sich der halbe Steilhang hinauf zur Seespitze gestern in Form einer Lockerschneelawine ins Tal verabschiedet hatte, was uns zu einer spontanen Änderung des Tourenziels zwang. Ersatz war schnell gefunden: die unberührte Nordflanke vom Gamskogel lachte uns ohnehin verlockend entgegen.

Besser hätte die Abfahrt von der Seespitze auch nicht sein können: Mehr als 700 Höhenmeter allerfeinster Tiefschnee am Stück sind kaum zu toppen!

Wer bei den derzeitigen Temperaturen noch guten Schnee genießen möchte muss sich in higher-grounds begeben! Oberhalb von 3000 Meter findet man noch Pulverschnee. Da der Weg nach Obergurgl bekanntlich nicht der kürzeste ist und der Wetterbericht für Samstag und Sonntag wolkenloses Wetter vorhersagte kam meiner Mutter die Idee eine Nacht auf der Langtalereckhütte zu verbringen.

Am Samstag nutzten Claudia und ich unser Freizeitticket und starteten die Tour zum Eiskögele via Hohe Mut Seilbahn – “parasitärer Alpinismus” würde ein bekannter südtiroler Bergsteiger da wohl sagen… Meine Eltern erarbeiteten sich jeden Höhenmeter auf die ehrliche Art und schließlich stiegen wir gemeinsam über den schönen Grat hinauf zum Gipfel.

Nach einer klaustrophobischen Nacht auf der Hütte machten wir uns gegen 9 Uhr auf in Richtung Schalfkogel. Nach der kurzen Abfahrt von der Hütte ging’s bei ebenfalls beengten Platzverhältnissen durch die Bachschlucht. An deren Ende kommt ein Highlight der Tour: durch ein spektakuläres Gletschertor gelangt man in ein Amphitheater aus Eis. Der Weitermarsch über den flachen Gurgler Ferner lässt einem Zeit zum Meditieren, ehe es wieder richtig steil wird. Über felsdurchsetztes Gelände quert man hinauf zum Kleinleitenferner. Viele Spitzkehren später erreicht man das Schalfjoch und damit den Südgrat hinauf zum Gipfel des Schalfkogels.

Von hier an heißt es Ski tragen wenn man, so wie wir, vor hat über den oberen Gletscher (zwischen Schalfkogel und Firmisanschneid) abzufahren. Vom Gipfel des 13. höchsten Berges Österreichs muss man in weiterer Folge ein paar Meter über den Nordgrat absteigen um unschwierig auf den Gletscher zu gelangen.

Erst zwei Spuren zogen sich vor uns durch den (fast) perfekten Schnee. Nach unzähligen Schwüngen auf dem großen Gletscher hieß es schließlich einen guten Weg durch das steile und felsige Gelände hinab zum Gurgler Ferner zu finden. Stürzen ist bei den Querungen oberhalb der Felsbänder und Hangneigungen von 45° oder mehr nicht erlaubt!

Der weitere Heimweg erfordert dann nochmals einige Höhenmeter im Aufstieg: Zurück zur Langtalereckhütte und Schönwieshütte nach Obergurgl.

Tipps für Wiederholer:

  • Man kann derzeit durch das Gletschertor und das Amphitheater gehen und dieses auf orografisch linker Seite Richtung Schalfkogel verlassen. (Man muss also nicht wieder Retour zur eigentlichen Aufstiegsspur)
  • Schlüsselstelle der Tour ist die Abfahrt vom oberen Gletscherfeld hinab zum Gurgler Ferner. Beim Aufstieg die Abfahrt zwischen den Felsen gut einprägen und nur bei guter Sicht hier abfahren.

Durch eine sagenhafte Verkettung glücklicher Umstände konnten Andi und ich einen grandiosen Tag im Karwendel verbringen. Dazu gehören:

  • Schönes Wetter am Wochenende
  • Schlechtes Wetter an den Tagen davor
  • Herrlicher Neuschnee
  • Niedere Lawinengefahr
  • Richtiges Timing

Hat man jetzt noch einen tollen Skipartner steht einem unvergesslichen Abenteuer im Karwendel nichts mehr entgegen!

Die Tour im Detail:

Mit der zweiten Gondel ging’s hinauf auf das Hafelekar und von dort in 10 Minuten auf den Gipfel der  Hafelekarspitze. Wir staunten nicht schlecht als wir sahen, dass die steile Rinne, welche direkt vom Gipfel Richtung NO zieht, noch unbefahren war. Die anderen Skitourengeher bevorzugten die Abfahrt von der Scharte (Punkt 2272 AV-Karte), weshalb sich Andi als erster in die etwa 45 Grad steile Rinne stürzen durfte! Anschließend ging es über kupiertes Gelände mit herrlichem Pulver weiter durch das Hafelekar ins Grubach.

Es folgte der erste Aufstieg des heutigen Tages über den breiten Rücken des Niederbrandjochs bis zum Gleirschtaler Brandjoch. Vor dem Gipfel gilt es ein kurzes, aber ausgesetztes Gratstück zu überwinden. Als ich sah, dass eine weitere Skitourengruppe direkt von Westen her über eine Rinne auf das Brandjoch aufstieg hieß es Gas geben – schließlich galt es wieder als erste durch die Rinne Richtung Pfeishütte abzufahren. Der schnelle Aufstieg zahlte sich aus: Dieses mal war ich es, der die ersten Turns in den Tiefschnee ziehen durfte!

Da südseitige Hänge schon etwas von der Sonne in Mitleidenschaft gezogen waren entschlossen wir uns kurzerhand nicht, wie ursprünglich geplant, über die Arzler Scharte abzufahren, sondern  über das Stempeljoch ins Halltal zu fahren. Diese Entscheidung stellte sich als Volltreffer heraus: Zu unserem Erstaunen (ja, schon wieder) waren bis jetzt maximal 5 Personen vom Stempeljoch abgefahren, was uns die dritte perfekte Abfahrt erlaubte.

Völlig begeistert von den Verhältnissen stiegen wir zu guter Letzt ein Stück Richtung Wildanger Spitze auf um einen finalen Powder-Hang hinab zu den Herrenhäusern genießen zu können.

Danke an Andi für den Anruf am Vorabend und den unvergesslichen Tag im Tiefschnee! Vielen Dank auch an Claudia und Michi, die uns in Absam abholten und mit uns dieses Erlebnis feierten!

Tipps:

  • Von mir aufgezeichneter GPS-Track als GoogleEarth-File: DOWNLOAD (KML) – rechts Klick – “Ziel speichern unter”
  • Ich würde die Tour nur bei Lawinenstufe 2 oder weniger machen!
  • Trotz niederer Lawinenstufe wegen der steilen Abfahrten jeden Hang kritisch beurteilen!
  • Die Aufstiege sind skitechnisch einfach, das kurze Gratstück vor dem Gleirschtaler Brandjoch erfordert aber Trittsicherheit!

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